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Pinneberg : Sport als Integration: Ein Beitrag zur Willkommenskultur

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schüler mit Migrationshintergrund besuchen das Bundesliga-Fußballspiel HSV gegen Augsburg.

Pinneberg | Björn Meinecke ist ein Energiebündel. Ein Mann mit Ideen. Ein Mann der Tat. „Wir duzen uns“, sagt der gebürtige Hamburger mit Wohnsitz in Quickborn-Renzel während unserer ersten Begegnung. Sein Anliegen: Meinecke will einen Beitrag zur Willkommenskultur leisten. Seine pfiffige Idee: „Ich möchte mit Sport und Kultur zur Integration von Flüchtlingskindern beitragen“, umschreibt er sein Konzept.

Wie ernst er das meint, zeigt sich an folgendem Beispiel: In Zusammenarbeit mit der Pinneberger Grundschule Rübekamp, dem Verein Pinneberger Kinder und Traudchen Perrefort vom Fachbereich Kultur, Soziales, Bildung und Sport hat er die ersten Schritte schon unternommen: Am 25. April werden sechs Schüler mit Migrationshintergrund und sechs gleichaltrige deutsche Schüler der Grundschule Rübekamp das Bundesliga-Fußballspiel des HSV gegen Augsburg besuchen.

Trotz der Krise bei den Fußballern des Hamburger Sportvereins: „Der HSV ist enorm entgegenkommend. Beiersdorfer hat sich sehr kooperativ gezeigt. Die Chefsekretärin ist jetzt für uns zuständig und schreibt mir fast täglich eine E-Mail“, sagt Meinecke, der gute Kontakte zu dem Verein hat. Es soll ein Tag werden, den die Kinder nicht so schnell vergessen: Sie werden in dem Stadionrestaurant „Die Raute“ zum Essen eingeladen, dann vom HSV-Chef Didi Beiersdorfer mit einem HSV-Schal empfangen und anschließend das Spiel auf der Tribüne verfolgen“, berichtet Meinecke.

Es trifft auf jeden Fall die Richtigen: Viele Schüler an der Grundschule Rübekamp haben einen Migrationshintergrund. Meinecke hatte zuvor Kontakt zu Wilhelm Hollberg aufgenommen, dem ehemaligen Leiter der Johannes-Brahms-Schule.

Kinder aus der DaZ-Klasse

Auch Hollberg macht sich für die Integration von Flüchtlingskindern stark. „Ich finde es toll, was an der Grundschule Rübekamp gelernt wird“, sagt Hollberg, der mit den Jungen und Mädchen zu tun hatte, die nach der vierten Klasse auf das Gymnasium wechselten.

Die Kinder, die an dem Projekt teilnehmen, kommen aus der DaZ-Klasse an der Schule. DaZ bedeutet Deutsch als Zweitsprache. Ziel dieser Sprachbildung ist es, dass sie erfolgreich in der Schule mitarbeiten können. „Es ist eine tolle Aktion“, sagt DaZ-Lehrerin Simone Töpelmann „Ich kann mir schon jetzt vorstellen, wie glücklich sie sein werden. Die Eltern bleiben mit ihren Kindern am Wochenende meist zu Hause“, sagt Konrektorin Inga-Maria Schlupp. Computer, Fernsehen und vielleicht mal zu McDonald’s – mehr würden sie nicht erleben.

Der Besuch des HSV-Spiels ist aber erst der Anfang des Integrationsprojekts. Ein Training im Golf-Club an der Pinnau steht ebenso auf Meineckes Agenda wie ein Theaterbesuch in Hamburg. Meinecke, der auf eine Lehrerausbildung zurückblickt, aber nie in dem Beruf arbeitete, könnte sich gut vorstellen, dass die Kinder selbst Theaterstücke schreiben und Filme zum Thema Integration drehen.

„Vor und nach den Events soll in Gesprächsrunden diskutiert werden“, sagt Meinecke, der auch eine Vision hat. „Es wäre toll, wenn die deutschen Schüler so eine Art Patenschaft übernehmen, sich nachmittags mit ihren Mitschülern treffen und sie mit in den Sportverein nehmen.“

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erstellt am 01.Apr.2015 | 14:00 Uhr

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