Quickborn : Spitzenköchin liest Kindern vor

Lust am Vorlesen: Cornelia Poletto stellt den  Jungen und Mädchen der Quickborner  Kindertagesstätte „Zauberbaum“ das Buch „Henriette Bimmelbahn“ vor.
Lust am Vorlesen: Cornelia Poletto stellt den Jungen und Mädchen der Quickborner Kindertagesstätte „Zauberbaum“ das Buch „Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss vor.

Cornelia Poletto engagiert sich in der Quickborner Stadtbücherei für das Förderprogramm Lesestart

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26. Juni 2014, 11:00 Uhr

Schon nach ein paar Minuten hielt es einige der Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Zauberbaum“ nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie gingen auf Tuchfühlung mit Cornelia Poletto, die vor ihnen auf einem Stuhl saß und aus dem Buch „Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss rezitierte.

Vorlesen statt kochen: Mit der Aktion in der Quickborner Stadtbücherei machte Deutschlands bekannteste Spitzen- und TV-Köchin gestern auf das Förderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ aufmerksam und überreichte den anwesenden Kindern nach der Lesung gemeinsam mit Klaus Hensel (CDU), Erster Stadtrat, und Irina Wartenpfuhl, Projektmanagerin bei der Stiftung Lesen, Lesestart-Sets.

Klaus Fechner, Co-Leiter der Stadtbücherei, war auf die Aktion aufmerksam geworden. „Lesen ist der Schlüssel für Bildungskompetenz“, sagte er.

Seit etwa drei Jahren engagiert sich Poletto aus persönlicher Überzeugung als Botschafterin der Stiftung Lesen für die Leseförderung: „Unsere Oma hat uns viel vorgelesen. Es war eine schöne Zeit. Wir haben Lust darauf bekommen, selbst zu lesen“, erinnert sie sich. Die Romanfigur Madita der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren fand Poletto besonders toll. „Die hat sich was getraut.“ Das Vorlesen habe ihr als Kind ein Gefühl von Geborgenheit gegeben, „das ich an meine Tochter weitergereicht habe.“ Für die Fantasie eines Kindes seien Bücher ungemein wichtig. Neue heute lese sie ihrer Tochter vor.

Privat liest Poletto übrigens Romane, gute Krimis, Historisches und Biografien. Und sie freut sich auf ihren Urlaub, weil sie nach langen Arbeitstagen abends schon nach ein paar Zeilen einschläft und am anderen Tag wieder von vorne anfangen muss, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung verriet.

Gebannt lauschten die Kinder dann Polettos Vorlesung und sahen sich die Illustrationen im Buch an. Großes Erstaunen darüber, dass eine Kuh schwarz-gelb gezeichnet ist. Doch solche gebe es in der Realität genauso wenig wie die lila-weißen Kühe aus der Werbung erklärte Poletto den Kindern und zog am Ende den Bogen zum Kochen.

„Ich habe ein kleines Restaurant. Ab und zu schreibe ich Kochbücher. Was ist denn Euer Lieblingsgericht?“, wollte Poletto von den Kinder wissen. „Spaghetti“, lautete die einhellige Antwort. „Das ist kein richtiges Essen“, erwiderte sie, gestand aber: „Ich mag auch am liebsten Spaghetti.“

„Regelmäßiges Vorlesen ist entscheidend für die Entwicklung eines Kindes. Deshalb sollten Bücher ein selbstverständlicher Teil des Familienalltags sein“, betonte Hensel.

Mit dieser Aussage sollte er recht behalten. „Die bisherigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung zum Förderprogramm Lesestart zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Fast alle Eltern, die die Lesestart-Sets erhalten, beschäftigen sich mit den Materialien. Zwei Drittel davon sehr intensiv“, so Wartenpfuhl.


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