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Spielhallenräuber: "Ich hab noch was vor, lass losfahren"

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Itzehoe | Gestern begann in der Großen Strafkammer des Itzehoer Landgerichts der Prozess gegen den 25-jährigen Safdar S., der zurzeit in Untersuchungshaft sitzt, sowie gegen den 22-jährigen Ahmet D. aus Pinneberg. Beide seien am 18. Februar dieses Jahres an einem Raubüberfall auf eine Pinneberger Spielhalle beteiligt gewesen. Vor Gericht gestandensie.

S. sagte aus, dass er in der Tatnacht bereits von D. aus Pinneberg zu seinem Wedeler Zuhause gefahren worden sei. Doch da habe er sich umentschieden, die Tasche seiner Schwiegermutter sowie ein Messer aus der Küche geholt und sei wieder ins Auto gestiegen. "Ich hab noch was vor, lass losfahren", habe er zu D. gesagt und ihm sowie Nico R., der ebenfalls im Auto saß, während der Fahrt von seinem Plan berichtet, eine Spielhalle zu überfallen. S. sei als einziger von der Idee überzeugt gewesen, doch er habe die beiden überredet und D. sogar überzeugt, die Situation in der Spielhalle auszukundschaften.

Als D. ihm mitgeteilt habe, dass sich ein Bekannter in der Spielhalle befindet, sei er aus dem Auto gestiegen, habe sich einen Schal ums Gesicht gebunden und seinen Kapuzenpulli über den Kopf gezogen. So habe er die Spielhalle betreten, die Spielhallenaufsicht gesucht und ihr dann mit vorgehaltenem Messer gesagt: "Das ist ein Überfall, gib mir das Geld!" Mit den zirka 3600 Euro, die diese S. überreicht habe, sei er dann geflohen und habe noch gedroht, wiederzukommen. Wie S. sagte, in der Hoffnung, die Spielhalle werde erneut überfallen, der Täter erwischt und diesem auch seine Tat zur Last gelegt.

Nach der Tat seien die drei Männer auf die Reeperbahn gefahren, hätten dort ein Hotelzimmer gemietet, die Beute aufgeteilt und sich nach einem gemeinsamen Essen im Dönerladen getrennt. So schilderte S. die Tat.

Wie Kriminalkommissar Martin H. im Prozess aussagte, sei der Verdacht zunächst auf D. gefallen, der das Fluchtfahrzeug fuhr. Ein Zeuge habe die Flucht beobachtet und habe Angaben zum Fluchtfahrzeug machen können, das D.s Mutter gehört. Daraufhin sei D.s Wohnung durchsucht und er vernommen worden. So habe man schnell die Täter identifizieren können, denn D. habe schnell gestanden.

Beide Angeklagten beteuerten im Prozess, dass sie ihre Tat bedauerten. S. hatte einen Entschuldigungstext für die Spielhallenaufsicht Magdalena R. vorbereitet und bereits ein anfängliches Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro angespart, dass er der Frau überreichen wollte.

D. entschuldigte sich beim Geschäftsführer der Spielhalle und brachte ihm gestern 3300 Euro in bar mit, um zumindest einen Teil des Schadens zu begleichen.

Der Prozess wird morgen ab neun Uhr im Landgericht Itzehoe fortgesetzt. Dann soll sich eine Bewährungshelferin zu den Lebensumständen und Hintergründen der Angeklagten äußern. Wahrscheinlich werde dann auch das Urteil gesprochen, sagte der zuständige Richter Klaus Emmermann.

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