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Vereine sammeln Geld im Internet : Spendenplattform „Wir bewegen SH“ seit fast einem Jahr online

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeinnützige Organisationen aus dem Kreis Pinneberg finden finanzielle Unterstützung mit Crowdfunding-Portal der Förderbank IBSH.

Kreis Pinneberg | Zelte für Pfadfinder, ein Wohlfühlmorgen für Obdachlose, Funkgeräte für eine Rettungsstaffel: Seit etwa einem Jahr können Schleswig-Holsteiner auf einem neuen Internet-Portal für gemeinnützige Projekte in ihrer Region spenden. 54 Ideen wurden bisher online gestellt – neun davon im Kreis Pinneberg.

„Wir sind mit dem Start sehr zufrieden“, sagt Birgit Rapior, Pressesprecherin der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH). Die Förderbank, die auch einen Standort in Elmshorn hat, rief das Portal im Auftrag des Landes ins Leben. „Etwa zwei Drittel der Projekte waren erfolgreich. Das ist mehr als auf vergleichbaren Portalen, die eher bei 50 Prozent liegen.“ Die benötigten Summen liegen zwischen 100 und 17.000 Euro. Von den 44 abgeschlossenen Projekten haben 30 ihr Ziel erreicht. Insgesamt 50.000 Euro haben Unterstützer seit März 2015 zugesagt, 40.000 Euro wurden bereits ausgezahlt.

Die Projekte im Kreis Pinneberg waren nur teilweise erfolgreich. Den Vereinen gelang es, für vier Vorhaben insgesamt etwa 5500 Euro einzuwerben. Drei Projekte – eine Therapiereise für Multiple-Sklerose-Kranke, Rettungswesten für die Jugend der DLRG und ein Projekt zum Weltkindertag in Appen – erreichten ihr Spendenziel nicht.

Wegen der vielen Medienberichte bekam das Portal besonders zum Start große Aufmerksamkeit, wie Rapior sagt. „Im laufenden Betrieb schwanken die Besucherzahlen auf der Internetseite. Sie sind vor allem von den einzelnen Projekten abhängig, die sich gerade in der Spendenphase befinden“, sagt die Pressesprecherin. Manche Vereine schafften es besser als andere, viele Besucher auf die Plattform zu bringen.

Die bekanntesten Crowdfunding-Plattformen kommen aus den den USA, etwa „Indiegogo“ und „Kickstarter.com“. Mit kurzen Texten oder Videos stellen die Initiatoren ihre Kampagnen auf diesen Internetseiten vor und bieten auch eine Bezahlmöglichkeit an. Eine Vielzahl von Menschen – die Crowd – stellt dann das Geld zur Verfügung. Meist muss nach Ablauf einer bestimmten Frist eine vorher festgelegte Mindestsumme zusammenkommen, sonst gilt die Kampagne als gescheitert, die Unterstützer bekommen ihr Geld zurück. Glückt die Kampagne, gibt es manchmal auch eine kleine Gegenleistung. dpa

Die Besucher kämen häufig über die sozialen Medien wie Facebook. Die Zahl der auf der Plattform angemeldeten Nutzer steige stetig. Erfreulich sei, dass 40 Prozent der Nutzer die Seite per Smartphone oder Tablet aufriefen. Es zeige sich, dass die Plattform auch auf Mobilgeräten benutzerfreundlich sei.

„Das Gesamtspendenaufkommen ist aber noch verbesserungswürdig“, so Rapior. Der Erfolg der Projekte hänge stark von der Mobilisierungsfähigkeit der Vereine ab. „Einige nutzen die sozialen Netzwerke intensiv und erreichen viele potentielle Spender.“

In Zukunft wolle die IBSH nach neuen Partnern suchen, die das Portal finanziell oder ideell unterstützen. Bisher finanziert die IBSH im Auftrag des Landes die Plattform mit 100.000 Euro.

 

Spender und Projektinitiatoren müssen Geldtransfers über den Dienstleister Paypal abwickeln. „Wir arbeiten an der Integration weiterer Bezahloptionen, um das Spenden auch jenen zu ermöglichen, die kein Paypal-Konto haben oder einrichten möchten“, sagt Rapior.

So könnten in Zukunft noch mehr Schleswig-Holsteiner für Projekte im Land oder in ihrem Dorf spenden. Die Ideen sind vielfältig und kreativ. Wie die Besuchshunde für die Hospizarbeit, die Rapior besonders begeistern. In Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurden Menschen und Hunde zu Besuchsteams ausgebildet. Sie kommen in Hospize und Privathäuser. Das Spendenziel wurde mit 40 Einzelbeiträgen erreicht.

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erstellt am 05.Feb.2016 | 11:30 Uhr

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