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„Ich bin den Schülern so dankbar“ : Spendenlauf: Theodor-Heuss-Schule unterstützt Waisenhaus in Tansania

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die 85-jährige Gisela Schiffmann ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Die Pinnebergerin ist Gründerin des Vereins Karibuni.

pinneberg | Als die letzte Gruppe gerade an die Startlinie tritt, gibt es einen Wolkenbruch. Viele hatten sich bereits Kopfhörer aufgesetzt, um sich die einstündige Laufzeit mit Musik zu vertreiben. Doch es regnet wie aus Eimern – die Summe ist in Gefahr. Denn mithilfe von 40 Sponsoren wollen die Schüler der Pinneberger Theodor-Heuss-Schule (THS) Kilometer um Kilometer Spenden für zwölf Waisenkinder im afrikanischen Tansania erlaufen.

Gisela Schiffmann sitzt an ihrem Stand unter dem Schulvordach. Hinter ihr dutzende Bilder „ihrer Kinder“. Die Pinnebergerin ist Gründerin des Vereins Karibuni und kaufte mithilfe eines persönlichen Darlehens im Jahr 2006 ein Grundstück am Fuße des Ngorongoro Kraters. Dort eröffnete sie ein Waisenhaus und kümmert sich seitdem mit fünf Angestellten um die Kinder. Der Älteste, Lazaro, ist 13 Jahre alt, die Jüngsten, Elizabeth und Maria, acht Jahre. Etwa 25  000 Euro braucht Schiffmann pro Jahr, um den Betrieb des Waisenhauses aufrecht zu erhalten. Etwa 10  000 Euro verschlingen Schulgeld, Bücher, Uniformen. Seit vier Jahren erlaufen die Theodor-Heuss-Schüler diese Summe. „Ich bin den Schülern so dankbar“, sagt sie inbrünstig und um dem noch mehr Ausdruck zu verleihen, fügt sie hinzu: „Ich könnte ihnen die Füße küssen.“

Etwa 600 Schüler traten gestern wieder an, um möglichst viele Runden und dadurch mehr Geld zu erlaufen. Auch Lehrer waren unter ihnen. Claudia Ramünke organisiert den Spendenlauf mit. „Viel Glück Frau Ramünke, ich hab’ elf Runden geschafft, mal sehen ob Sie mehr schaffen“, ruft ein Schüler seiner Lehrerin im Vorbeigehen zu. „Einige geben echt alles“, sagt Ramünke.

Jette (l.) und Nele Kienappel organisieren gemeinsam mit Lehrerin Claudia Ramünke den Spendenlauf.
Jette (l.) und Nele Kienappel organisieren gemeinsam mit Lehrerin Claudia Ramünke den Spendenlauf. Foto: Felicitas Mertin
 

Das Karibuni -Team an der THS zählt inzwischen mehr als 40 Mitglieder. Das wohl wichtigste Gesicht geht: Nele Kienappel (19) hat ihr Abitur geschafft und wird die kommenden Monate im Ausland verbringen. Ihre 16-Jährige Schwester Jette tritt in ihre Fußstapfen. Die beiden planen, im Frühjahr nach Tansania zu reisen. „Es ist ein Traum von uns“, sagt Jette. Endlich einmal die Kinder kennenlernen, für die sie sich so reinhängen. Das Verhältnis zu Gisela Schiffmann ist geradezu familiär. Jette schüttelt ungläubig den Kopf, als die Karibuni-Gründerin und Afrika-Begeisterte ihr Alter nennt: 85 Jahre. Auf die Frage, warum sie die vielen Flüge im Jahr noch auf sich nimmt, antwortet Schiffmann: „Das Fliegen ist das Geringste.“ Diese Frage stellt sich für sie gar nicht, das wird deutlich. Auch wenn sie nach einem Nachfolger sucht, was gar nicht einfach sei, wie sie sagt. Aber die 85-Jährige will weitermachen, „bis es nicht mehr geht“. Sie ist immer noch hochmotiviert, genau wie die Läufer, die nun doch noch an den Start gehen können.

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erstellt am 12.Jul.2017 | 12:20 Uhr

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