zur Navigation springen

Pinneberg unter Rettungsschirm des Landes : SPD will privaten Investor für Müssentwiete gewinnen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kaum Mittel für Investitionen: Käufer soll Erschließung des 95.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiets übernehmen.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 12:00 Uhr

An der Müssentwiete im Pinneberger Norden warten derzeit 95.000 Quadratmeter Gewerbefläche auf ihre Erschließung. Ein Areal, auf denen sich Unternehmen ansiedeln sollen, die dringend benötigte Gewerbesteuer zahlen. Lange hatte sich an dieser Stelle nichts getan, da die Anbindung durch die Westumgehung fehlte. 2014 soll die Straße gebaut werden, der Weg zur Erschließung des Gebiets ist frei. Diese Baumaßnahmen möchten die Pinneberger Sozialdemokraten nun einem Privatinvestor überlassen. Der Grund für den Vorstoß sind die Kosten. Die SPD schätzt, dass die hochverschuldete Stadt mit rund 1,4 Millionen Euro in Vorleistung gehen müsse, um das Gelände selbst zu erschließen. "Das können wir unter Umständen aber überhaupt nicht finanzieren", betont Ratsherr Gerhard Thomssen (SPD). Noch sei nicht klar, welchen Rahmen das Innenministerium in Kiel für zukünftige Investitionen vorgeben wird. Zur Erinnerung: Pinneberg steht unter dem Rettungssschirm des Landes und muss beim Geldausgeben strenge Vorgaben des Landes einhalten. "Da dringende Investitionen wie die Westumgehung und die Schulsanierung anstehen, werden kaum Mittel zur Verfügung stehen", so Thomssen.

Für den Ratsherrn ist es aber notwendig, dass an der Müssentwiete endlich ein Gewerbegebiet entsteht: "Wir brauchen höhere Steuereinnahmen, um haushaltstechnisch überhaupt wieder Land zu sehen." Die Kreisstadt habe keine Zeit mehr zu verlieren. Geht es nach den Sozialdemokraten, schreibt die Stadtverwaltung das Gelände möglichst zügig europaweit aus. "Wir suchen einen Investor, der die Fläche dann erschließt und selbst Unternehmen ansiedelt". Damit würde die Stadt unter Umständen einen niedrigeren Verkaufspreis erzielen, als wenn ein bereits erschlossenes Gelände zum Kauf angeboten werden würde. "Das Hauptziel ist aber die langfristige Erzielung von möglichst hohen Steuereinnahmen“, betont Thomssen. Außerdem werde der klamme Pinneberger Haushalt so weniger belastet. Für die Ausschreibung kalkulieren die Sozialdemokraten momentan 8000 Euro Verwaltungskosten ein.

Der SPD schweben zwei wichtige Bedingungen für einen Verkauf vor. "Wir würden ein Mindestgebot festschreiben, das sich unter anderem am Bodenrichtwert orientiert." Dieser beträgt momentan 85 Euro für den Quadratmeter. Außerdem soll die Stadt ein Mitspracherecht bei der Auswahl der anzusiedelnden Betriebe behalten.

Wirtschaftsförderer Stefan Krappe, der schon seit Jahren auf die Erschließung der Flächen drängt, hat an diesem Punkt Bedenken: "Grundsätzlich sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt natürlich deutlich größer, wenn das Gelände selbst erschlossen und vermarktet wird."

Der Vorschlag der Sozialdemokraten wird am Donnerstag, 16. Januar, im Ausschuss für Stadtentwicklung diskutiert.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen