SPD will Hochbrücke umbenennen

Die Hochbrücke über den Bahnschienen heute. juw
Die Hochbrücke über den Bahnschienen heute. juw

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18. Januar 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | Sein Führungsstil ist legendär. Er gilt als stärkster Bürgermeister der Nachkriegszeit. Einer, der sein Rathaus im Griff hatte. Autoritär. Aber eben auch verlässlich. Pinnebergs SPD will dem im Januar 1990 verstorbenen Bürgermeister Hans-Hermann Kath jetzt eine besondere Ehre zuteil werden lassen. Die Hochstraße, die Kath Ende der 60er Jahre selbst einweihte, soll seinen Namen tragen.

"So einen Bürgermeister werden wir nie wieder bekommen", sagt SPD-Ratsherr Dieter Tietz im Gespräch mit unserer Zeitung. Kath habe den Bau des Hallenbads, der ersten Fußgängerzone und des Rübekamptunnels vorangetrieben und dies sei nur ein Bruchteil seiner Verdienste um die Stadt. "Ich könnte ihnen eine ganze Seite mit Gründen vollschreiben", sagt der Ratsherr und fügt hinzu: "Kath war ein richtig preußischer Bürgermeister, der unglaublich viel gearbeitet hat." Der gestrige 23. Todestag des langjährigen Rathauschefs sei nun ein angemessener Anlass, die Umbenennung auf den Weg zu bringen.

Pinnebergs Volkshochschulchef Wolfgang J. Domeyer, dessen Geschichtswerkstatt sich seit Jahren mit der Historie der Kreisstadt befasst, kann das Ansinnen der SPD nachvollziehen. "Das kann man sicher machen." Schließlich würden andere Bürgermeister wie Richard Köhn oder Wilhelm Burmeister auf dieselbe Weise gewürdigt.

Bisher ist die Hochbrücke eigentlich eine "namenlose Straße", wie es Tietz ausdrückt. Der Brückenabschnitt der L106 heißt auf Stadtplänen "Hochstraße", doch kein Straßenschild weist darauf hin. "Wir werden dann im Ausschuss für Stadtentwicklung besprechen müssen, wie wir die Umbenennung genau umsetzen", so Tietz.

Aus der Politik kommen erste Reaktionen: CDU-Parteichefin Natalina Boenigk findet die Idee diskutabel: "Da kann man drüber nachdenken." Sie sagt aber auch: "Wir haben viele Probleme, das ist jetzt nicht Thema Nummer eins auf meiner Agenda." Die Bürgervorsteherin wünscht zudem sich eine ausführliche Diskussion darüber, ob künftig alle Bürgermeister mit einem Straßennamen geehrt werden sollen.

FDP-Fraktionschef Werner Mende zeigt sich überrascht vom Vorstoß der Sozialdemokraten. "Ich wüsste nicht, warum man eine

Straße nach Hans-Hermann Kath benennen sollte", so der Freidemokrat. Kath sei sicherlich kein schlechter Bürgermeister gewesen. "Ich muss aber immer zuerst an den Beinamen Beton-Kath denken, den er wegen der Gestaltung der Fußgängerzone erhalten hat." Die von der SPD ins Feld geführten Leistungen seien doch der gesamten Politik zuzuschreiben.

Die SPD will die Umbennung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstag, 29. Januar vorschlagen.

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