Einstein-Haus Pinneberg : SPD-Kreistagsfraktion will Familienzentrum Planungssicherheit geben

Sie kämpfen für die Einrichtung: Hans-Helmut Birke (v. l.), SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Elke Schreiber, SPD-Fraktionsgeschäftsführerin, Ute Rodenwald, Leiterin Kita Dolli Einstein Haus, Kreistagsmitglied Dietrich Anders, Familienzentrum-Koordinatorin Anette Jaschke, und Helmuth Jahnke.
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Sie kämpfen für die Einrichtung: Hans-Helmut Birke (v. l.), SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Elke Schreiber, SPD-Fraktionsgeschäftsführerin, Ute Rodenwald, Leiterin Kita Dolli Einstein Haus, Kreistagsmitglied Dietrich Anders, Familienzentrum-Koordinatorin Anette Jaschke, und Helmuth Jahnke.

Das Einstein-Haus wird zur Chefsache. Sprachkurse für Kinder mit Migrationshintergrund geplant.

shz.de von
24. Juli 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Der 15. November 2014 war der Startschuss für das Familienzentrum des Dolli Einstein Hauses der Arbeiterwohlfahrt (Awo). 275.000 Euro stellte das Land Schleswig-Holstein für das Projekt „Förderung von Familienzentren 2014“ zur Verfügung. Wie es kommendes Jahr weitergeht, steht bisher nicht fest.

„Wir gehen davon aus, dass man so ein Projekt nicht einfach aus dem Boden stampft und nach einem Jahr wieder einstellt“, sagte Ute Rodenwald, Leiterin der Kita Dolli Einstein Haus, beim Besuch der SPD-Kreistagsfraktion. Sollte drei Monate vor Ablauf der Förderung die weitere Finanzierung durch das Land nicht gesichert sein, müsse sich Koordinatorin Anette Jaschke beim Arbeitsamt melden. „Wenn ich mir die Situation in den Kitas anschaue, wäre es nicht verwunderlich, wenn sie dann einen anderen Arbeitsplatz angeboten bekommen würde“, sagte Rodenwald und kritisierte: „Für uns sind späte Entscheidungen ein Problem. Uns fehlt die Planungssicherheit.“

Um diese will sich Hans-Helmut Birke, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, persönlich kümmern, wie er am Mittwoch zusagte: „Ich rufe auch trotz Sommerpause im Ministerium an und werde mich dort für eine Fortsetzung einsetzen.“ Da das Land das Projekt gestartet und finanziert habe, sei dieses auch zukünftig in der Pflicht.

Birke lobte die klare Zielsetzung der Einrichtung, Angebote zu erstellen, die sich an den Interessenlagen der Eltern orientieren. Bevor die Arbeit aufgenommen wurde, wurden die Eltern befragt. Deren Wünsche: Musikalische Früherziehung sowie Vater-Kind-Projekte. „Wir haben bisher zwei Aktionen in der Holzwerkstatt durchgeführt und ein sehr positives Feedback erhalten“, sagte Organisatorin Jaschke. „Scheinbar lieben es die Väter hier zu werkeln, statt zuhause die Gartenarbeit zu machen“, scherzte Birke.

Integration und Sprache

Weitere Projekte seien Integration und Sprache. „Wir wollen uns noch stärker für die Sprachförderung von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund engagieren“, sagte Rodenwald. Ihr Wunsch: Sprachkurse für Kinder mit Migrationshintergrund, die in der Kita Deutsch gelernt haben, in denen sie nicht nur die Muttersprache ihrer Eltern, sondern auch die Kultur ihrer Heimat spielerisch lernen. Aktuell würden die Angebote des Familienzentrums von etwa 30 Personen genutzt.

Birke faszinierten vor allem die „Offenen Cafés“ – mittwochs von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 12 Uhr. „Wir sehen und erleben die Eltern und können praktische Hilfe in der Erziehungsarbeit leisten“, erläuterte Rodenwald. Zudem sei eine Heilpädagogin anwesend, die aktive Hilfe leisten könne. „Der Ansatz niedrigschwelliger Erziehungsangebote ist ausbaufähig und notwendig“, sagte Birke. Er wolle sich dafür engagieren, dieses Angebot weiter zu erweitern.

„Wir wollen das Thema im Kreistag noch während des laufenden Doppelhaushalts diskutieren. Wir können es nicht von heute auf morgen vom Zaun brechen, aber einen Prozess anstoßen“, so der Vorsitzende der SPD-Fraktion. In welcher Höhe diese Förderung erfolgen könne, müsse zunächst ausgearbeitet werden.

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