zur Navigation springen

Flüchtlinge in Pinneberg : SPD: Das DRK-Heim ist weiter im Rennen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Politik reicht einen Fragenkatalog zu Flüchtlingsunterkunft an die Verwaltung ein.

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 14:00 Uhr

Pinneberg | 350 Flüchtlinge gibt es derzeit in Pinneberg, 15 neue kommen jede Woche hinzu. Doch nach dem Beschluss der Ratsversammlung, auch auf große zentrale Flüchtlingsunterkünfte zurückzugreifen, ist die Stadt bei der Umsetzung noch kein Stück weitergekommen. Obwohl die Ratsherren und -frauen in der Sitzung vor den Herbstferien dem Kauf des DRK-Heims im Rehmen als mögliche Flüchtlingsunterkunft für etwa 150 Migranten noch nicht zugestimmt haben, heißt es jetzt: „Das DRK-Heim ist noch nicht vom Tisch“, sagt Herbert Hoffmann, Pressesprecher der SPD.

Hoffmann und die CDU-Fraktion haben jeweils einen Fragenkatalog eingereicht, den die Verwaltung nun beantworten muss. Die Politik möchte beispielsweise wissen, wie hoch die Kosten für die Sanierung sind. Sie bezweifelt, ob man mit den anvisierten 450.000 Euro auskomme. Auch sei nicht geklärt, ob die Immobilie asbestbelastet sei und die Statik halte. „Wir wollen Antworten haben“, betont Hoffmann. 950.000 Euro soll die Stadt noch für das DRK-Heim hinblättern. Doch um den Verkaufspreis gehe es in diesem Fragenkatalog nicht.

„Wir haben uns noch nicht entschieden und warten die Antworten ab“, sagt Ratsherr Torsten Hauwetter (CDU). Die offenen Punkte müssten geklärt werden.

Die Grünen haben allerdings keinen Fragenkatalog eingereicht. Sie hätten dem Deal mit dem DRK bereits im Rat zugestimmt. „Wir können uns keine Verzögerung leisten. Wir brauchen ganz dringend die Plätze“, sagt Joachim Dreher, Fraktionschef von Grüne und Unabhängige. Die anderen Fraktionen würden sich keinen Gefallen tun und müssten sich nicht wundern, wenn eine Sporthalle für die Unterbringung von Flüchtlingen geschlossen werde.

Ablehnung von den Bürgernahen

Auch die Bürgernahen haben keine weiteren Fragen. Sie lehnen einen Kauf weiterhin ab. „Für uns ist der Preis zu hoch“, sagt Fraktionschef Uwe Lange. Er glaubt nicht mehr daran, dass der Deal zustande kommen wird. Die FDP hatte bereits einen Antrag zur Feststellung der Bausubstanz gestellt. „Es ist wesentlich mehr zu tun. Das Gebäude ist sehr baufällig“, sagt Wolfgang Mende, Fraktionschef der FDP.

Nun muss die Verwaltung Antworten liefern. „Wir werden die Fragen so schnell wie möglich beantworten“, sagt Marc Trampe, Sprecher der Stadt Pinneberg. Bereits am 5. November soll das DRK-Heim auf der Tagesordnung des Wirtschafts- und Finanzausschusses stehen.

Planung für Unterkünfte

Die Verwaltung sucht weiterhin in Pinneberg nach Möglichkeiten, Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen. So soll im Rathaus eine ehemalige 140 Quadratmeter große Hausmeisterwohnung für ein bis zwei Flüchtlingsfamilien saniert werden. „Sie wird bezugsfertig gemacht“, teilte  Marc Trampe, Sprecher der Stadt, mit. Auch  in der ehemaligen Rettungswache an der Elmshorner Straße will die Stadt Flüchtlinge unterbringen.

 
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert