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Westumgehung Pinneberg : Spatenstich im Blitzlichtgewitter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Startschuss für die Westumgehung: Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in Pinneberg. Am 11. Januar sollen die Bagger anrollen.

Pinneberg | „Eigentlich kann man nur ein Wort finden: Endlich!“ Das waren die Worte des schleswig-holsteinischen Verkehrsministers Reinhard Meyer (SPD), als er gestern Morgen gemeinsam mit Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) und weiteren Vertretern aus Politik und Verwaltung symbolisch den ersten Spatenstich für die Pinneberger Westumgehung setzte. Steinberg nannte es den „Spatenstich des „Jahrhundertbauwerks“. Das Medienaufgebot in der Straße „Am Hafen“ war groß, ebenso das Gedränge um die besten Fotos und Aufnahmen. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen. Im Hintergrund knallten die Korken. Die Mitglieder der Initiative „Pinneberger Westumgehung – jetzt“ stießen mit Sekt auf das Ereignis an, auf das viele Pinneberger seit Jahrzehnten warten.

Darüber geredet werde bereits seit den 1960er Jahren, so Steinberg. Mitte 1985 habe die Pinneberger Ratsversammlung den Bau der Westumgehung beschlossen, das Planfeststellungsverfahren habe 1988 begonnen. „Es hat Proteste gegen den Bau der Westumgehung gegeben, Einwände und gerichtliche Auseinandersetzungen, die zu der Verzögerung des Projekts beigetragen haben. Auch sich beständig ändernde nationale und europarechtliche Rahmenbedingungen haben uns lange aufgehalten“, so Steinberg. Diese Fragen seien nun alle geklärt. Sie zeigt sich von den „überaus positiven Auswirkungen“ der Westumgehung überzeugt.

Meyer sagte, er hoffe, dass die Proteste, Klagen und das Murren nun ein Ende habe, weil Pinneberg die Westumgehung dringend brauche. Das Land stellt für das insgesamt fast 29 Millionen Euro teure Bauvorhaben 18,8 Millionen Euro aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes Schleswig-Holstein und des Finanzausgleichsgesetzes bereit – etwa 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

„Das ist ein klares Bekenntnis des Landes zur Westumgehung in Pinneberg“, so Meyer. Es zeige sich, dass das Land die Stadt Pinneberg nicht alleine lasse. Er gab sich überzeugt davon, dass nach Fertigstellung des drei Kilometer langen Nordabschnitts mit der neuen Verbindung zwischen der Landesstraße 106 und der L76 eine deutliche Entlastung des städtischen Stadtnetzes und damit auch der Anlieger erreicht wird. Den Südabschnitt hatte die Stadt bereits 2004 ohne Fördermittel fertiggestellt.

Bis Ende 2018 soll die Westumgehung nach Angaben der Stadt Pinneberg stehen. Die Bauarbeiten sollen am 11. Januar beginnen, teilte Roland Schultz, Fachdienstleiter Verkehr der Stadt Pinneberg, mit. Gleichzeitig sollen die Bagger an Elmshorner Straße, Prisdorfer Straße, Am Hafen und Mühlenstraße anrücken. Noch in dieser Woche soll die 110 -KV-Oberleitung in Höhe des Peiner Wegs um zirka fünf Meter erhöht werden, so Schultz.

Die Initiative „Pinneberger Westumgehung – jetzt“ jubelte. (Foto: Jankowski)
Die Initiative „Pinneberger Westumgehung – jetzt“ jubelte. (Foto: Jankowski)
 

Der Jubel unter den Befürwortern, den Mitgliedern der Initiative „Pinneberger Westumgehung – jetzt“, war groß. „Wir haben auf diesen Tag fünf Jahre hingearbeitet“, so Vorsitzender Stefan Koeberer. „Ein Alptraum endet“, rief eine Befürworterin. Gerhard Appelbaum sagte: „Unsere Kinder gehen in der Elmshorner Straße zur Schule. Durch den Verkehr sind sie immer stärker gefährdet.“ Deshalb habe man sich gegen die Gegner der Westumgehung gestemmt.

Verkehrsminister Meyer betonte während der Veranstaltung: „Nachdem die Umgebung durch zahlreiche Proteste und Klagen sowie veränderte rechtliche Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen wurde, drücken wir der Stadt die Daumen, dass sie nun auch den Nordabschnitt zu einem guten Ende bringen wird.“

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erstellt am 11.Dez.2015 | 17:06 Uhr

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