zur Navigation springen

Awo in Pinneberg : Spatenstich für Wohnprojekt für Menschen mit psychischen Behinderungen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

An der Mühlenstraße sollen zwölf Wohnungen für Menschen mit psychischen Behinderungen entstehen. Übergabe bis Anfang 2017.

von
erstellt am 15.Jan.2016 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Startschuss für ein besonderes Bauprojekt: Bis Anfang des kommenden Jahres will die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bildung und Arbeit mit Sitz in Itzehoe an der Pinneberger Mühlenstraße insgesamt zwölf Wohnungen für Menschen mit psychischen und zum Teil auch mit physischen Beeinträchtigungen errichten. Gestern setzten Vertreter des Verbandes sowie der Stadt den Ersten Spatenstich.

Dieser war allerdings nur symbolisch. Denn die Erdarbeiten auf dem Grundstück Mühlenstraße 55c sind bereits seit etwa sechs Wochen voll im Gange. „Wegen der günstigen Witterung konnten wir früher als gedacht anfangen, was uns sehr entgegen kommt“, betonte Geschäftsführer Martin Meers. Auf dem Areal habe sich zuvor die Begegnungsstätte „Walter-Dunkel-Haus“ des Awo-Ortsverbandes Pinneberg befunden. „Als wir diese vor sechs Jahren übernommen haben, sind die Neubaupläne schnell gereift“, so Meers. Grund: Der Flachbau habe nicht in die Umgebung gepasst, zudem sei das Dach bereits zum damaligen Zeitpunkt kaputt gewesen.

Das neue Gebäude soll sich nun harmonisch einfügen. Geplant sind drei Stockwerke mit einer Gesamtwohnfläche von annähernd 550 Quadratmetern. Die Rohre, mit denen das Gebäude beheizt werden soll, liegen bereits im Boden, sie verbinden die beiden Gebäude auf den angrenzenden Grundstücken miteinander. Bei diesen handelt es sich um Eigentum der Stiftung „Wir helfen uns selbst“, die auch den Neubau verwalten soll.

Wie Architekt Stephan Blohm gestern betonte, soll dieser als sogenanntes Passivhaus errichtet werden. Dabei handelt es sich um Gebäude, die den überwiegenden Teil ihres Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen, beispielsweise Sonneneinstrahlung, oder die Abwärme von Personen oder technischen Geräten decken. Die Heizkosten sind entsprechend niedrig. „Ein Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr“, versprach Blohm, dessen Konzept zudem unter anderem eine helle und offene Gestaltung der Räume, die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten sowie einen großen, begrünten Außenbereich vorsieht. Zudem soll es Ladestationen für Rollstühle geben.

Der Mietpreis soll den Worten von Meers zufolge um die 5,80 Euro pro Quadratmeter betragen. Bei den potenziellen Mietern handele es sich um Menschen, die trotz ihrer Erkrankung über genügend Selbstständigkeit verfügen, um nicht in einer Wohngemeinschaft leben zu müssen, aber dennoch einen Betreuungsbedarf haben. „Sie werden beim Übergang in eine ambulante Wohnform von Mitarbeitern begleitet, die ihnen vertraut sind“, so Meers. Zwar seien bislang noch keine Mietverträge unterzeichnet, dass am Ende aber keine der Wohnungen frei bleibt, davon ist er felsenfest überzeugt. „Der Bedarf in Pinneberg an derartigen Angeboten ist riesig“, sagt Meers. Insgesamt investiert die Awo Bildung und Arbeit etwa 1,5 Millionen Euro in das Projekt. Die Stiftung „Aktion Mensch“ schoss 110.000 Euro zu.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen