Spaß und schmissige Rhythmen

Der musikalische Leiter Erik Geisler (rechts) dirigiert nicht nur, sondern greift auch selbst zur E-Gitarre.
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Der musikalische Leiter Erik Geisler (rechts) dirigiert nicht nur, sondern greift auch selbst zur E-Gitarre.

Tangstedter Orchester TaktArt begrüßt ein Dutzend Gäste und mehrere interessierte Musikerinnen bei der öffentlichen Probe

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16. April 2018, 16:00 Uhr

„Und nach der Pause tauschen wir die Seiten“, richtete sich Erik Geisler, musikalischer Leiter des Tangstedter Orchesters TaktArt, an die Gäste, die am Freitagabend den Weg ins Gemeindezentrum zur öffentlichen Probe gefunden hatten. Die allerdings hörten lieber zu, als selbst zu einem Instrument zu greifen.

Mit einer Ausnahme: Die Schenefelderin Erika Kassel hatte ihre Trompete mitgebracht und sich gleich dazugesetzt. „Das ist mutig, mehr davon“, lobte Jugendwartin Julia Geisler. „Ich spiele seit vielen Jahren im Schenefelder Musikzug mit und kannte das Orchester vom Hörensagen“, sagte Kassler im Gespräch mit unserer Zeitung. Als sie dann den Flyer mit dem Termin für die öffentliche Probe gesehen hat, beschloss sie kurzerhand: „Statt auf dem Sofa sitze ich nun hier – weil es einfach Spaß macht.“ Sofern es ihre Arbeitszeiten zulassen, wird sie wiederkommen.

„Wir kündigen diesen Termin immer groß an, um neue Mitglieder zu gewinnen“, erklärt der Vorsitzende Frank Stürze. Und das Konzept scheint aufzugehen: Zwei Freundinnen berichten in der Pause, dass sie schon länger überlegten, nach jahrzehntelanger Pause wieder aktiv Musik zu machen.

„Wir haben vor etwa 30 Jahren aufgehört, im Pinneberger Spielmannszug zu musizieren. Damals sagten wir: Irgendwann spielen wir noch mal in einer Bigband“, sagte Britta Danöhl, die zuletzt Fanfare spielte. Karola Robiller ergänzt: „Ich muss mit meiner Querflöte ganz langsam wieder anfangen, mich reinzuarbeiten – das geht am besten mit einfachen Kinderliedern.“

Der Verlauf des Abends trug sicherlich dazu bei, den Aspirantinnen Lust auf das Orchester zu machen. Geisler, der viele Arrangements bearbeitet oder sogar selbst ausarbeitet, leitete die Instrumentalisten detailliert an. „Bei diesem Crescendo muss eine Steigerung der Lautstärke bis zum Schluss hörbar sein“, erklärte er während des Übens von einem Louis-Armstrong-Medley. Das anspruchsvolle Stück mit zahlreichen Rhythmus-Verschiebungen und Tempowechseln forderte den Musikern einiges ab – und endete in Gelächter, weil der Titel „When the Saints go marching in“ schlicht zu schnell angezählt worden war. „Eine tolle Atmosphäre hier! Es gibt ja nicht jeden Tag die Gelegenheit, das hautnah zu erleben“, sagte ein Besucher aus Appen.

„Wir freuen uns schon auf die Feier zu unserem fünfjährigen Bestehen“, kündigte Stürze an. Am Sonnabend, 21. Juli, sind zwei weitere Orchester aus Thesdorf und Nohn in der Tangstedter Turnhalle zu Gast. „Alle Vereine, Verbände, Politiker und natürlich alle Tangstedter sind eingeladen“, betonte der Vorsitzende. Für Speisen und Getränke werde gesorgt sein.

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