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Sanierungsplan : Sparkasse Südholstein braucht 30 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die deutschen Sparkassen müssen das Kreditinstitut erneut stützen. Filialen im Kreis Pinneberg wurden schon geschlossen. Weitere Stellen stehen auf der Kippe.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster/Pinneberg | Die angeschlagene Sparkasse Südholstein benötigt erneut eine millionenschwere Kapitalspritze. Das bestätigte die Sprecherin des Kreditinstituts, Imke Gernand, gegenüber dem sh:z: „Mit Blick auf die Zukunft und die steigenden Eigenkapitalanforderungen aus Basel III besteht ein erhöhter Kapitalbedarf in den kommenden Jahren.“ Die Sparkasse Südholstein stecke nicht in einer neuen und akuten Schieflage, betonte Gernand. Vielmehr gehe es darum, „die Sparkasse nachhaltig robust aufzustellen“. Nach Basel III wird die zu erfüllende Eigenkapitalquote bis zum Jahr 2019 schrittweise auf 10,5 Prozent erhöht. „Aktuell erfüllen wir alle Stabilitätskriterien“, so Gernand.

Bereits zweimal war das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut mit knapp 1000 Mitarbeitern in der Vergangenheit in finanzielle Bedrängnis geraten: 2009 musste es mit 100 Millionen Euro gerettet werden, im vergangenen Jahr wurde es mit weiteren 60 Millionen Euro gestützt. Nach Informationen des Manager-Magazins benötigt die Sparkasse Südholstein jetzt mindestens weitere 30 Millionen Euro. Diese Zahl wollte Gernand nicht bestätigen.

Derzeit werde eine Lösung für die künftige Kapitalausstattung erarbeitet. Abschließende Entscheidungen seien noch nicht getroffen worden. Die Verhandlungen über eine weitere Kapitalspritze würden mit dem deutschen und dem schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverband geführt. Weil der Rettungsfonds des Landesverbandes leer ist, müssen die Rettungsmillionen von den 417 deutschen Sparkassen aufgebracht werden.

Die Sparkasse Südholstein hatte nach der Stützung im vergangenen Jahr Filialen – darunter Appen, Holm, Hasloh, Waldenau, Krupunder, Sparrieshoop und Brande-Hörnerkirchen – geschlossen, den Vorstandschef ausgetauscht und den Abbau von 130 Arbeitsplätzen angekündigt. Weitere Stellenstreichungen nach dem Jahr 2015 seien nicht auszuschließen.

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