Spagat auf dem Tennisplatz

Jörg Schneider kam vor 20 Jahren vom Tischtennis zum großen Platz. Seit 2013 ist der Ur-Prisdorfer Vorsitzender des örtlichen Vereins.
Jörg Schneider kam vor 20 Jahren vom Tischtennis zum großen Platz. Seit 2013 ist der Ur-Prisdorfer Vorsitzender des örtlichen Vereins.

Jörg Schneider vom TCP Prisdorf möchte Vereinsleben und Dienstleistung, Breiten- und Leistungssport miteinander vereinen

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07. Dezember 2018, 17:53 Uhr

Jörg Schneider ist seit 2013 Vorsitzender des Tennisclubs Prisdorf (TCP). Der Verein mit etwa 300  Mitgliedern bemüht sich darum, Breiten- und Leistungssport gleichberechtigt nebeneinander zu fördern – mit Erfolg in beiden Sparten. Wie viele Vereine muss aber auch der TCP einen Umgang mit der Wandlung hin zur Dienstleistungsgesellschaft finden. Darüber spricht Schneider im Freitagsgespräch.

Der eigentliche Ur-Prisdorfer Schneider lebt heute in Tornesch. Im Hauptberuf ist er in der IT bei Axel Springer tätig. 2013 wollte der vorige, langjährige Vorsitzende Dieter Splettstößer das Amt abgeben. Damals gab es dann einen umfassenden Wechsel in mehreren Vorstandsämtern. „Das war schon eine Art Generationenwechsel“, erinnert sich Schneider.

Die neue Vorstandsgeneration sieht sich nun auch mit sich stetig wandelnden Aufgaben konfrontiert. Zum einen gelte es laut Schneider, das gut funktionierende soziale Vereinsleben aufrecht zu erhalten. „Wir haben hier eine nette, familiäre Atmosphäre untereinander“, so der Vorsitzende. Das werde auch durch das Vereinsheim mit Eigenversorgerküche gefördert. „Oft sitzen wir hier noch zusammen, oder sind bei schönem Wetter draußen auf der Terrasse und grillen“, beschreibt er das Vereinsleben. Auch die Pflege und Instandhaltung der Anlage erfolge in großen Teilen durch die Mitglieder. „Die Beteiligung bei Gemeinschaftsaktionen unterstreicht die familiäre Atmosphäre hier bei uns.“ Das gilt auch für stetige Modernisierungen, die nicht in Eigenleistung erledigt werden können. So schaffte der Verein in diesem Jahr eine zu einem Teil spendenfinanzierte neue Beleuchtungsanlage an. Einige Mitglieder gaben mehrere Hundert Euro aus eigener Tasche dazu. Auch bei einem kleinen Turnier zum Auftakt der Sammelaktion konnten bereits 1000 Euro von insgesamt 9000 benötigten Euro gesammelt werden.

„Wir müssen als Verein mit der Zeit gehen und immer wieder stückweise in unsere Anlage investieren“, so Schneider. Das bedeute aber auch, auf veränderte Ansprüche der Menschen zu reagieren: „Früher kam man in einen Verein, weil man die Gemeinschaft suchte. Die Leute waren dafür auch sehr bereit etwas zu investieren, Zeit da rein zu stecken“, so der Vorsitzende. Mittlerweile sehe man sich aber auch gegenüber reiner Dienstleistungsansprüche. Das betreffe einige Vereinsmitglieder, aber vor allem auch Gäste, die nur gelegentlich als zahlender Kunde Tennisspielen möchten. „Wir wollen beides ermöglichen“, sagt Schneider. „Diesen Spagat wollen wir schaffen.“ Es sei die Herausforderung, als Verein auch Dienstleister zu sein, aber dennoch den tragenden Sockel engagierter Mitglieder und den familiären und freundschaftlichen Vereinsckarakter zu behalten. Dazu gehören Neuerungen, wie ein digitales Buchungssystem für Hallenplätze für Jedermann.

Einen ähnlichen Spagat möchte Schröder mit Breiten- und Leistungssport schaffen. Vier Trainer sind aktuell beim TCP beschäftigt, Cheftrainer und einziger Hauptberuflicher Vollzeittrainer ist Moritz Nonnenkamp. „Besonders stolz sind wir, dass unsere Herrenmannschaft in diesem Jahr in die Bezirksliga aufgestiegen ist“, berichtet Schröder. „Im nächsten Jahr ist unser Ziel in die Verbandsliga aufzusteigen. Wir haben auch einige sehr talentierte Jugendliche. Denen möchten wir hier im Verein eine sportliche Perspektive bieten.“ Als Spieler oder als Trainer. Gleichzeitig bemühe man sich um erwachsene Anfänger. „Wir bieten zum Beispiel Gruppenabende an, wo noch nicht so fortgeschrittene Spieler sich treffen und eventuell zum Spielen verabreden können, als Vermittler zum kennenlernen“, erläutert Schröder. Auch Cardiotennis mit Musik als Fitnessangebot hat der Verein im Programm.

> Nächste Woche im Freitagsgespräch: Andreas Martens, Vorsitzender des Spielmannszugs Appen

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