Kreis Pinneberg : Sozialkaufhäuser suchen dringend Kühlschränke und Waschmaschinen

Waschmaschinen sind in den Sozialkaufhäusern sehr rar. Damit die bedürftigen Familien nicht wie vor hundert Jahren auf Waschbrett, Wäschestampfer, Rührholz und Handmangel zurückreifen müssen, bitten Jens Cordes (links), Betriebsleiter in Wedel, und Projektleiter Wolfram Gambke um die Spende von gebrauchten, aber voll funktionsfähigen Maschinen.
Waschmaschinen sind in den Sozialkaufhäusern sehr rar. Damit die bedürftigen Familien nicht wie vor hundert Jahren auf Waschbrett, Wäschestampfer, Rührholz und Handmangel zurückreifen müssen, bitten Jens Cordes (links), Betriebsleiter in Wedel, und Projektleiter Wolfram Gambke um die Spende von gebrauchten, aber voll funktionsfähigen Maschinen.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Wer Geräte spenden möchte: Die Abholung nach Terminabsprache ist möglich.

shz.de von
10. Mai 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Nachfrage übersteigt das Angebot – eine Situation, die einem Wirtschaftsunternehmen gefallen könnte, nicht jedoch den vier Sozialkaufhäusern der Awo Bildung und Arbeit im Kreis Pinneberg. In diesen Einrichtungen geht es nicht um die Steigerung von Umsatz und Gewinn, sondern um die Versorgung von Bedürftigen. Derzeit fehlt den Sozialkaufhäusern jedoch die „Weiße Ware“.

„Wir benötigen dringend Waschmaschinen und Kühl-schränke. Die Spenden dürfen natürlich gebraucht sein, müssen aber funktionieren“, berichtet Projektleiter Wolfram Gambke. Wer die Gegenstände nicht selbst in eines der Sozialkaufhäuser bringen kann, kann mit dem Team der Sozialkaufhäuser unter Telefon (0 41 01) 5 61 61 einen Termin vereinbaren, damit sie die Geräte abholen. Kosten entstehen dem Spender dabei nicht. „Wir müssen jedoch zuweilen um Geduld bitten, weil die Zahl unserer Fahrzeuge und Fahrer nun einmal begrenzt ist“, bittet Gambke um Verständnis.

Zulauf ist ungebrochen

Der Zulauf in die Awo-Sozialkaufhäuser ist laut Gambke weiterhin ungebrochen. Menschen aus Pinneberg, Elmshorn, Wedel und Uetersen sowie den umliegenden Gemeinden mit geringem Einkommen versorgen sich dort mit günstigen gebrauchten Kleidungsstücken oder Wohnungseinrichtungen. Neben Möbeln, Fahrrädern in allen Größen sowie Kinderkleidung, ist die „Weiße Ware“, also Kühl- und Tiefkühlschränke, Waschmaschinen und Trockner, besonders begehrt. Sehr große Schränke sind hingegen „Ladenhüter“, weil bedürftige Familien in der Regel keine großen Wohnungen haben, in die das hineinpassen würde.

Die Sozialkaufhäuser der Awo Bildung und Arbeit verbinden drei Zielrichtungen miteinander: Zum einen wer-den gespendete Gegenstände sehr günstig an bedürftige Familien verkauft, zum anderen sorgen sie für sinnvolle Beschäftigung für Menschen in Arbeitsgelegenheiten (AGH). Darüber hinaus landen brauchbare Dinge nach Haushaltsauflösungen oder beim Umräumen nicht einfach auf dem Sperrmüll, sondern werden wieder in den Verwertungskreislauf gebracht. Träger der Sozialkaufhäuser ist die Awo Bildung und Arbeit gemeinnützige GmbH, die ähnliche Einrichtungen auch in anderen Kreisen Schleswig-Holsteins betreiben.

Im Kreis Pinneberg gibt es vier Sozialkaufhäuser. Dort können Menschen einkaufen, deren Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet, diese liegt etwa bei 2200 Euro netto für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Vor Ort muss entweder eine Erklärung zum Einkaufen ausgefüllt oder der Tafel-Ausweis oder Hartz-IV-Bescheid mitgebracht werden.

Elmshorn: Gärtnerstraße 10, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 11 Uhr geöffnet.

Uetersen: Finkenbrook 1, montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr, freitags von 7 bis 11 Uhr geöffnet.

Pinneberg: Osterholder Allee 21, montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet, freitags geschlossen.

Wedel: Kronskamp 106, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 11 Uhr geöffnet.

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