Soziale Beratung wird immer wichtiger

Die Geehrten für 20 Jahre waren Peter Gehring (hintere Reihe von rechts), Arnold Fellien, Walter Rosinski und Erika Fellien. Willi Rabe (vorne links) ist sogar seit 25 Jahren dabei.
1 von 2
Die Geehrten für 20 Jahre waren Peter Gehring (hintere Reihe von rechts), Arnold Fellien, Walter Rosinski und Erika Fellien. Willi Rabe (vorne links) ist sogar seit 25 Jahren dabei.

Zahl der Mitglieder im Sozialverband des Kreises Pinneberg wächst

shz.de von
07. März 2018, 16:00 Uhr

Ausfahrten, Modenschauen, Bingo-Spiele und zahlreiche Feiern – das Jahresprogramm des Bönningstedter Ortsverbandes im Sozialverband Deutschland (SoVD) ist abwechslungsreich. Über Mitgliederschwund kann sich der Vorsitzende Peter Gehring demnach nicht beschweren. „Momentan haben wir 218 Mitglieder. Die Zahl ist stabil“, lautete sein Fazit.

Die soziale Beratung sei auch in Bönningstedt immer wichtiger und anspruchsvoller geworden. „Wir haben in einigen Fällen Widerspruch gegen Entscheidungen der Kranken- und Pflegekassen erfolgreich eingelegt, besonders auch im Fall eines Antrags zum Blindengeld“, fasste Gehring zusammen.


Keine festen Beratungszeiten

Dennoch habe sich der Versuch einer festen Beratungszeit nicht bewährt. „Wir treffen nun wieder individuelle Terminvereinbarungen“, erklärte er. Auch zur Einrichtung von Betreuungen für Familienangehörige oder in der Nachbarschaft werde das Angebot des SoVD in Anspruch genommen.

Dass die Mitgliederzahlen im SoVD auch in Pinneberg nicht rückläufig sind, bestätigte auch die Kreisvorsitzende Siegrid Tenor-Alschausky. „Wir wachsen immer noch. Mehr als 14 000 Mitglieder ist schon nicht schlecht. Man muss sich vorstellen, das ist doppelt so viel, wie das ganze Land Bayern hat“, sagte die Kreisvorsitzende des SoVD in Pinneberg. Ihr sei es besonders wichtig, den Politikern bewusst zu machen, was für eine starke Gemeinschaft im SoVD herrsche. „Soziale Gerechtigkeit klingt ja immer sehr schön, doch es ist schwer in die Realität umzusetzen“, so Tenor-Alschausky weiter.

Mit dem Ja der SPD zur GroKo gebe es auch für den SoVD einen interessanten Punkt. „Im Koalitionsvertrag gibt es eine Passage, die die Grundrente sichern soll. Jahrelang haben wir uns dafür den Mund fusselig geredet“, berichtete sie. Die Grundrente sei besonders für Frauen, die aufgrund des Familiennachwuchses ihre Arbeit unterbrechen mussten, eine faire Angelegenheit. Tenor-Alschausky betonte, dass der SoVD nicht nur dazu da ist, Fahrten und ein nettes Beisammensein zu organisieren. „Wir beraten, und wir sind auch gleichzeitig ein politischer Verband. Wir setzen uns für die Interessen unserer Mitglieder ein“, bekräftige sie.

Während ihres Grußwortes rief die Kreisvorsitzende außerdem zu einer Volksinitiative auf. Darin geht es darum, bezahlbaren Wohnraum in Schleswig-Holstein zu schaffen. „In größeren Städten ist es jetzt schon unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, erklärte sie. Mit der Volksinitiative möchte der SoVD den Landtag dazu auffordern, sich mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein zu befassen. Der Artikel 13 a „Angemessene Wohnung“ solle angefügt werden. Dieser besagt, dass jeder Mensch das Recht auf eine angemessene Wohnung hat. Außerdem soll das Land die Schaffung von sozialem Wohnungsbau fördern. „Von der Initiative sind nicht wir direkt betroffen, aber die nächste Generation“, betonte die Kreisvorsitzende.

In einem Jahr muss der SoVD 20 000 Unterschriften dafür sammeln. Die Bönningstedter miteingeschlossen. Während einige Mitglieder während der Versammlung zögerten, griffen viele direkt zum Stift und setzten ihre Unterschrift auf die Listen. „Das ist eine gute Sache, und wenn wir die nächste und weitere Generationen damit unterstützen, ist das für mich keine Frage“, sagte eine Dame sofort.

www.sovd-kv-pinneberg.de


zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen