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„Ich ziehe eine positive Bilanz“ : Sozialdemokrat Frank Grünberg legt alle Ämter nieder

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Abschied aus der Kommunalpolitik - jetzt freut sich der Lokalpolitiker auf mehr Zeit für Lesungen und Ausstellungen.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 12:15 Uhr

Schenefeld | Seit mehr als 30 Jahren bringt sich Sozialdemokrat Frank Grünberg aktiv in die Kommunalpolitik ein, seit knapp sieben Jahren mischt er in Schenefeld mit, jetzt legt der Ruheständler alle seine Ämter nieder. „Montag habe ich die Fraktion verlassen, heute verlasse ich den Vorstand des SPD-Ortsvereins“, kündigte Grünberg gestern im Gespräch an. Der ehemalige Unternehmer war bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss. Seine Partei muss in Zukunft ohne ihn die Budgetberatungen durchfechten.

„Ich ziehe eine positive Bilanz“, bekennt Grünberg auf Nachfrage. Gerade Haushaltsentscheidungen hätten ihn gereizt. Dass die SPD sich in der Gewerbesteuererhöhung durchsetzte, freut den Finanzfachmann. „Wenn man Geld ausgeben will, muss man es auch einnehmen“, laute seine Überzeugung. Manchmal gingen die Verantwortlichen in den Ausschüssen sehr großzügig mit den Ausgaben um. Sich dann zu korrigieren, sei immer eine unangenehme Sache. „Auch wir haben das hier erlebt“, gibt Grünberg selbstkritisch zu.

Dass die Fraktionen im Norden mehr politische Verantwortung tragen, habe ihn positiv überrascht. Grünberg, der in Mecklenburg-Vorpommern geboren wurde und in Berlin seine Kindheit verbrachte, kennt es anders. Von Hamburg aus wechselte er wegen eines beruflichen Angebots ins bayrische Freilassing. Auch dort engagierte sich der Kommunalpolitiker, der aus Solidarität mit Helmut Schmidt nach dessen Abwahl als Kanzler 1982 in die SPD eintrat, mehr als 20 Jahre für seine Gemeinde. Doch die Möglichkeiten seien beschränkter, in bayrischen Kommunen sind die Bürgermeister Chef aller Ausschüsse sowie Kopf der Verwaltung, berichtet Grünberg. In Schenefeld freue ihn darüber hinaus, dass der Einfluss von so viel SPD-Frauenpower wahrgenommen wird.

Morgen, 19.30 Uhr, Sportwelt, Holzkoppel: „Jetzt schlägt es 13“. Fritz-Graßhoff-Abend mit Jan Timmermann, Frank Grünberg, Karl-Heinz Schoop und Michael Müller. Der Eintritt ist frei.

Zu den Höhepunkten während seiner hiesigen Zeit gehören die Stippvisite der ehemaligen Generalsekretärin Yasmin Fahimi und der Besuch des X-FEL-Tunnels gemeinsam mit Ministerpräsident Torsten Albig. Den Zeitpunkt für den Abschied aus der Kommunalpolitik habe er auch gewählt, um sich zu schützen, erklärt der 69-Jährige. Nächstes Jahr gehen die Wahlen wieder los. Wenn man als aktiver Wahlhelfer gerufen wird, ist man da, sagt Grünberg. Deswegen gehe er zeitig. Aber nicht ohne große Feier. Die ist auch bereits geplant, mit Programm. Grünberg wird auf seinem Abschiedsfest das vortragen, was er in seiner Zeit nach der aktiven Politik unbedingt verstärken will: Lesungen und freier Vortrag von Anekdoten und kurzen witzigen Geschichten. Auf der Feier sind sie biografisch gefärbt.

Morgen schon steht der Unruheständler im Racetcenter für den zweiten Graßhoff-Abend auf der Bühne. Aber auch sein Engagement für Kinder im Kräler-Treff will Günberg fortführen. Zudem ist eine Neuauflage seiner Fotoausstellung „Alt trifft neu“ mit erweitertem Konzept geplant. An Ideen für die Zeit nach der Kommunalpolitik mangelt es Grünberg nicht. „Ich bin halt ein bisschen verrückt“, stellt er augenzwinkernd fest.  

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