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„Riesengroße Enttäuschung“ : Sonnenwendfest in Pinneberg abgesagt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Untere Naturschutzbehörde verbietet den „See an den Funktürmen“ als Veranstaltungsort.

Pinneberg | Die Planungen sind abgeschlossen, alles ist organisiert für das große Sonnenwendfest „Von Pinnebergern für Pinneberger“, das am 25. Juni am See an den Funktürmen stattfinden sollte. Nun gibt es ein „Nein“ der Unteren Naturschutzbehörde zur Genehmigung der Familiensause. „Mit Auflagen hatten wir gerechnet – nicht aber mit einer solchen Absage. Wir sind selbst sehr naturverbunden und wollen selbstverständlich der Natur in keiner Weise schaden“, sagte Organisator Thomas Thiele.

Grund für die Absage: Der Zeitpunkt der Veranstaltung, da dieser innerhalb der Brutzeit der Singvögel liegt. Zudem gehört der Parkplatz, auf dem das Fest stattfinden sollte, zum Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Pinnau“. Von dieser Störung seien insbesondere heimische Singvögel betroffen, die in Bäumen, aber auch in niedrigem Gebüsch brüten. Die Tiere würden vom Nest flüchten und das Brutgeschäft aufgeben, begründet die Untere Naturschutzbehörde die Absage.

Die Behörde riet jedoch den Veranstaltern, sich bei der Stadt Pinneberg zu erkundigen, ob eine örtliche Verschiebung der Veranstaltung in die Innenstadt möglich wäre.

Diesen Rat befolgten Thiele und sein Team. Doch was nun kommt, ist eine Farce à la Pinneberg. „Sämtliche Hebel wurden zunächst umgehend in Bewegung gesetzt, um den Veranstaltungsort in den Drosteipark zu verlegen“, berichtet Thiele. Doch auch dieser Wunsch sei den Organisatoren des Festes versagt worden. Die Bürgermeisterin habe dies mit der Brutzeit der Vögel begründet. Das komme einer Posse gleich. Diese Begründung sei geradezu lächerlich, macht Thiele seiner Enttäuschung Luft. Er erinnert daran, dass nur einen Tag vorher das große Bundeswehrkonzert auf dem Drosteiplatz stattfindet. „Es hat mit Sicherheit einen höheren Geräuschpegel als unsere Veranstaltung.“ Die Entscheidung der Behörde und insbesondere der Bürgermeisterin empfinde Thiele als pure Willkür. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen. „Es ist unglaublich, was uns für Steine in den Weg gelegt werden.“

Der Marktplatz als Alternative

Die Stadtverwaltung habe Thiele dann den Marktplatz als Veranstaltungsort angeboten. Doch das käme für die Veranstalter nicht in Frage, „da wir ja eine Hüpfburg und ein Trampolin aufstellen wollen und der Untergrund dafür nicht geeignet ist“.

Nun sieht es die Stadt offenbar ein: Das Fest soll auf dem Drosteiplatz von 14 bis 23 Uhr stattfinden. An dem Programm mit Live-Musik soll sich nichts ändern. Aber: „Der Veranstalter muss einen Antrag stellen und beim Ordnungsamt einen Aufstellungsplan einreichen. Es geht um die Rettungswege und um ein Sicherheitskonzept“, sagte gestern Stefan Krappa, Sprecher der Stadt, auf Anfrage dieser Zeitung. Man brauche außerdem einen Sanitätsdienst und sanitäre Einrichtungen. „Das sind die üblichen Bedingungen, die von Seiten eines Veranstalters nachgewiesen werden müssen“, so Krappa.

Thiele und sein Team hoffen, dass alles gut wird und dass die Pinneberger über die Verlegung nicht allzu enttäuscht seien und zahlreich erscheinen werden. Diese Hoffnung teilt auch Wiebke Wolfframm, Leiterin der Wohngruppe „Rittersporn“ der Großstadtmission in Prisdorf. Dort leben Kinder und Jugendliche aus schwierigsten familiären Verhältnissen, die Organisator Thiele mit eventuell überschüssigen Sponsorengeldern unterstützen möchte.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 14:00 Uhr

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