Zoff um Thomas Philipps : Sonderpostenmarkt: Pinneberg und Prisdorf haben Gespräche aufgenommen

Gnadenfrist: Für den Sonderpostenmarkt in Prisdorf laufen die Geschäfte zunächst weiter. Wird Pinneberg noch einlenken?
Gnadenfrist: Für den Sonderpostenmarkt in Prisdorf laufen die Geschäfte zunächst weiter. Wird Pinneberg noch einlenken?

Es geht um die bevorstehende Schließung des Sonderpostenmarkts Thomas Philipps am Peiner Hag.

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29. März 2018, 13:00 Uhr

Pinneberg/Prisdorf | Um von Lösungen zu sprechen, ist es wohl noch zu früh: Doch Pinneberg hat die Gespräche mit der Nachbargemeinde Prisdorf wieder aufgenommen. Es geht um die bevorstehende Schließung des Sonderpostenmarkts Thomas Philipps am Peiner Hag. Das teilte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) während der jüngsten Ratsversammlung mit. Nach Angaben von Stadtsprecherin Maren Uschkurat sei es bereits zu einem Treffen im Rathaus gekommen, an dem Vertreter aus der Nachbargemeinde und des Amts Pinnau teilgenommen haben.

Für shz.de hat Steinberg Stellung genommen: „Bedauerlicherweise hat es in den vergangenen Wochen viel Kritik an der Stadt Pinneberg wegen der drohenden Schließung von Thomas Philipps in Prisdorf gegeben. Gern möchte die Stadt nun die Gelegenheit nutzen und den Sachverhalt aus Pinneberger Sicht kurz darstellen“, so Steinberg.

Wie berichtet, hatte Pinneberg gerichtlich erwirkt, dass Thomas Philipps zum 1. März 2018 hätte eigentlich schließen müssen. Der Kreis Pinneberg sollte das Urteil umsetzen, leitete aber keinen Sofortvollzug ein. Der Betreiber des Sonderpostenmarkts hat längst Widerspruch eingelegt. Jetzt ist alles in der Schwebe. „Bei allem Verständnis für die Einkaufswünsche der Bürgerinnen und Bürger erwarten wir auch Verständnis dafür, dass wir nicht tatenlos zusehen können, wie große Märkte wie der Sonderpostenmarkt die Kaufkraft aus Pinneberg abziehen“, sagt Steinberg. Es habe klare und nachvollziehbare Beweggründe für Politik und Verwaltung gegeben, dem immer weiter wachsenden großflächigen Einzelhandel mit so genannten zentrenrelevanten Sortimenten in Prisdorf mit rechtlichen Mitteln entgegenzutreten. Steinberg: „Uns blieb als Stadt am Ende keine andere Möglichkeit, da trotz zahlreicher Gespräche mit der Gemeinde Prisdorf bisher keine Einigung erzielt werden konnte,“ so die Bürgermeisterin.

Die Kreisstadt Pinneberg habe als Mittelzentrum auch einen Versorgungsauftrag gegenüber den Nachbarkommunen – zum Beispiel durch Krankenhäuser, Schwimmbäder und weiterführende Schulen, führt die Bürgermeisterin aus. „Diesem Auftrag müssen wir durch entsprechende Maßnahmen und Angebote nachkommen, was auch finanzielle Verpflichtungen für die Stadt Pinneberg beinhaltet“, so die Verwaltungschefin. Seit einigen Jahren sei Pinneberg daher dabei, den vorhandenen Einzelhandelsbranchenmix nachhaltig zu ergänzen und dadurch den Standort insgesamt zu stärken. Grundlage dafür sei das Einzelhandelsgutachten der BBE Handelsberatung aus dem Jahr 2013 für die Stadt Pinneberg. Steinberg: „Das Ziel ist, die Innenstadt deutlich attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen.“

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