Es geht um mehr als Deutsch lernen : Sommerfest des Diakonievereins Migration in Pinneberg

Die Clown-Schwestern sorgten für viele Lacher: Jana (l.) und Tatjana Dell.
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Die Clown-Schwestern sorgten für viele Lacher: Jana (l.) und Tatjana Dell.

Beim Sommerfest des Diakonievereins Migration feierten 150 Besucher. Propst Thomas Drope übergab Zertifikate.

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11. Juli 2015, 15:00 Uhr

Pinneberg | Musik, Sketche, Theater, kulinarische Köstlichkeiten und kulturelle Highlights aus der ganzen Welt: Im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) wurde groß gefeiert. Zum Sommerfest der Integrationskurse des Diakonievereins Migration kamen so viele Gäste wie noch nie. 150 Besucher tummelten sich in der Bahnhofstraße 8. „Es ist heute so viel Freude und Liebe hier in den Räumen“, sagte GSH-Leiter Jens Schmidt. „Flüchtlinge haben sonst nicht so viel zu lachen. Und hier herrscht heute eine so tolle, unbeschwerte Stimmung“, bestätigte auch Karen Fischer, Organisatorin und pädagogische Leiterin der Integrationskurse in Pinneberg und Elmshorn des Diakonievereins Migration.

Insgesamt haben 37 Personen die Deutschprüfung und den Test „Leben in Deutschland“ bestanden, der Wissen über die deutsche Kultur, Politik und Geschichte abfragt. Ihre Zertifikate erhielten sie vor dem Sommerfest von Propst Thomas Drope und Rainer Biermann, Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. „Wie gut diese Teilnehmer mit der deutschen Geschichte vertraut sind, konnten einige auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms auf einer zweitägigen politischen Bildungsreise in den Bundestag und zu historischen Stätten in Berlin beweisen“, berichtet Fischer.

Die Pinneberger Prüflinge kommen aus 25 verschiedenen Ländern. Unter anderem aus Spanien, Polen, Kirgisien, Ungarn, Vietnam, der Türkei, Syrien, dem Yemen, Italien, China, Griechenland, Estland, Afghanistan, Togo, Mazedonien und dem Kosovo. Was können sie auf der Stufe B1? „Sie können sich auf einfache und zusammenhängende Weise im Alltag, auf Reisen und im eigenen Interessensgebiet verständigen. Sie können über Erlebnisse berichten, Ziele beschreiben und Ansichten begründen“, erklärte Fischer. Das Zertifikat Deutsch B1 benötige man beispielsweise für die Einbürgerung.

„Es geht aber nicht nur darum, Deutsch zu lernen. Sondern auch um die ganzen Talente, die diese Menschen mitbringen. Denn sie können noch viel mehr: unter ihnen sind hervorragende Sänger, Musiker, Sportler und Entertainer“, schwärmte Fischer und fügte hinzu: „Und wir vergessen das immer alle. Wir sehen immer nur die Ausländer, die Migranten auf der Straße – nicht die Menschen.“

Und das bewiesen die Kursusteilnehmer auf dem anschließenden Sommerfest: Ob temperamentvolle Musik aus dem Iran. Ob großartige Sketche, in denen auch mal das Jobcenter und die sprachlichen Hürden auf die Schippe genommen wurden. Ob asiatische Kampfkunst, bunte Clowninnen oder osteuropäische Frauen- und arabische Männertänze: Es war mal laut, mal leise – vor allem aber war es bunt. Und es ging darum, dass es egal ist woher die Teilnehmer kommen. Nun sind sie hier. Und auch wenn es nicht immer einfach ist, in der neuen Heimat zurecht zukommen: Zusammen ist es einfacher.

Der Diakonieverein Migration führt an den Standorten Pinneberg und Elmshorn Integrationskurse nach den Richtlinien des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge durch. Teilnehmende sind Personen, die nach dem Zuwanderungsgesetz einen Anspruch auf Integrationsförderung haben.  Wer mehr über das Kursus- und Beratungsangebot des Diakonievereins Migration  erfahren möchte, wendet sich an die pädagogische Leiterin Karen Fischer, unter Telefon 04121-2625899 oder 04101-3767721.
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