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Tornesch : Sommerferienprogramm der Suchtberatungsstelle

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Team der ATS-Suchtberatungsstelle Tornesch-Uetersen bietet in den Sommerferien Programm für Kinder an.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Tornesch | Jetzt in der Ferienzeit gibt es wieder viel zu tun in der Kinderbetreuung. „Kleine Riesen“ heißen die Schützlinge bei der ATS-Suchtberatungsstelle (Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe) am Bahnhofsplatz in Tornesch. Es sind Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien.

Ausflüge zum Erlebnisbad Holsten-Therme in Kaltenkirchen und in den Tierpark Hagenbeck stehen auf dem Programm. In Uetersen sind mehrere Schützlinge von Sozialpädagogin Ronja Plew derweil mit Feuereifer dabei, ihre neue Band, die „Rock-Ambulanz“, für erste öffentliche Auftritte nach den Ferien fit zu machen.

Es gehe darum, diese oft von Schuld- und Schamgefühlen geplagten Kinder aus der Isolation in ihrem häuslichen Umfeld herauszuführen und ihnen den Aufbau ausgleichender außerfamiliärer Beziehungen zu Gleichaltrigen, aber auch zu Erwachsenen zu ermöglichen, erläutert Plew. In ihren Familien werde den Kindern oft eingebläut, sie seien für die Misere ihrer süchtigen Eltern verantwortlich.

In der Erwachsenenbetreuung seien sie dagegen in den Sommermonaten weniger gefordert als sonst, berichten die ATS-Mitarbeiter. Zu fünft halten sie die Stellung über die Ferienzeit, außer Plew noch Teamleiter Andreas Janke, Diplompsychologin Barbara Wetjen, Diplom-Sozialpädagoge Matthias Müller und in der Verwaltung Renate Müller-Marckmann. Vier Kolleginnen und Kollegen nutzen die Zeit zum Urlaub machen.

„Es ist wichtig, dass wir auch für uns selbst gut sorgen“, hebt der Teamleiter hervor. Janke ist seit 23 Jahren dabei und kennt die Tücken des Arbeitsplatzes wie kaum ein anderer. Da ist vor allem die Krux mit dem illusionären „Erfolgserlebnis“: behutsam Kompetenzen zu vermitteln, die es Betroffenen und deren Angehörigen ermöglichen, mit ihren Problemen umzugehen, eventuelle Rückfälle in die Abhängigkeit frühzeitig zu erkennen und dann sofort Hilfe zu suchen. Das sei die Zielsetzung. „Unser Resultat lautet leider nicht: Klient dauerhaft geheilt, Fall erfolgreich abschlossen“, gibt er zu bedenken. Im Gegenteil. Kürzlich seien es mal wieder zwei Todesfälle gewesen, mit denen Akten schlossen, fügt Janke hinzu. Das gehe Betreuern immer sehr unter die Haut.

Klienten nennen die Drogenberater diejenigen, die sich ihnen anvertrauen. 500 Suchtbelastete und deren Angehörige sind das derzeit in ihrem Arbeitsgebiet „Region Mitte“. Dazu gehören außer Tornesch und Uetersen umliegende Gemeinden wie Moorrege, Heist, Haseldorf und Heidgraben.

Fast 1400 Beratungsgespräche haben sie im vergangenen Jahr geführt. Hinzu kommen zahllose Aufklärungsveranstaltungen an Schulen und in Vereinen. „Klinkenputzen“ gehört auch zu ihrem Alltag, denn immer wieder sind sie zu Ärzten, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen unterwegs, um auf ihre Angebote für Suchtkranke aufmerksam zu machen. „Für alle Süchte“, hebt Janke hervor.

Alkohol sei zwar das häufigste Problem, aber auch Spielsucht gehöre dazu und sämtliche „harten“ und „weichen“ Drogen, die im Umlauf sind. „Immer häufiger hilft uns auch das Internet zu Anfragen“, ergänzen die Berater. Dort ist das Janke-Team über die Webseite der Inneren Mission zu finden.

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