Soko „Wohnung“ zeigt Wirkung

Geht weiter mit einem hochmotivierten Team auf Verbrecherjagd: Polizeihauptkommissar Matthias Lüdke.
Geht weiter mit einem hochmotivierten Team auf Verbrecherjagd: Polizeihauptkommissar Matthias Lüdke.

Weniger Einbrüche: Rellinger Polizeirevier-Vize Matthias Lüdke zieht Bilanz / „Aufhellung von Bandenstrukturen“ steht auch 2018 im Fokus

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12. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 für die Baumschulengemeinden Rellingen und Halstenbek liegt auf dem Schreibtisch von Matthias Lüdke (kleines Foto). Für den Vize-Chef des Polizeireviers Rellingen – verantwortlich für die Sicherheit der Kommunen Halstenbek, Schenefeld, Quickborn und Bönningsstedt – ist das alljährlich eine aufschlussreiche Lektüre. Das vorläufige Fazit des Polizeihauptkommissars (PHK): „Für Halstenbek ist ein Rückgang im Diebstahlsbereich und im Bereich Sachbeschädigung zu verzeichnen. Für Rellingen ist ein Rückgang im Körperverletzungsbereich und Diebstahlsbereich und ein deutlicher Einbruch der Zahlen in Sachen Betrug zu beobachten.“

Die Baumschulengemeinden als Orte der Glückseeligen, die sich in Sicherheit wähnen können? Im Gespräch mit unserer Zeitung in seinem Dienstzimmer am Halstenbeker Weg – eindrucksvoll gespickt mit internationalen Polizei-Kostbarkeiten – relativiert der Experte die scheinbar so friedliche Atmosphäre.

In nüchternem Kriminalbeamten-Deutsch klingt das so: „Die Häufigkeitszahl ist die Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100 000 Einwohner und spiegelt wider, wie wahrscheinlich es für den Bürger ist, Opfer einer Straftat zu werden. In Halstenbek und Rellingen konnte die Häufigkeitszahl im Vergleich zu 2016 verringert werden.“ Im Klartext heißt das: „Es gibt einen starken Rückgang der registrierten Straftaten. Besonders in Rellingen“, betont Lüdke. „Dort ist ein Minus von 19,69 Prozent festgestellt worden. Der Rückgang der Betrugsdelikte fällt ins Auge.“ In Zahlen ausgedrückt: Betrugsdelikte verringern sich von 184 auf 88   Taten.

Beim Thema Wohnungseinbrüche wird Lüdke ernst: „Zwar nehmen die Fälle des tatsächlichen, sprich schweren Einbruchs in Wohnungen, deutlich ab, auf Minus 381  Fälle im Kreis Pinneberg. Heißt: 2017 wurden insgesamt 569 gegenüber 2016 von 950 Fällen polizeitechnisch behandelt.“ Aber: Nach Pinneberg (mit 112 Wohnungseinbrüchen) folgt gleich Halstenbek mit 86 Einbrüchen und Quickborn mit 50 Wohnungseinbrüchen. Nimmt Lüdke die sogenannte Häufigkeitsziffer als Maßstab – also die Anzahl der Wohnungseinbrüche gerechnet auf 100 000 Einwohner – ist laut dem PHK die Gemeinde Halstenbek mit einem Wert von 491 am stärksten betroffen, gefolgt von Rellingen mit 294.

In Sachen Körperverletzung mussten die Beamten des Reviers mehr als einmal einschreiten. Aber nicht mehr so häufig im Vergleich zu 2016: „Die einfache Körperverletzung hat sich in Halstenbek von 50 auf 42, in Rellingen von 48 auf 37 verringert.

Das Sorgenkind „Fahrrad-Diebstähle“ ist weiter präsent, aber mit leicht fallenden Zahlen, berichtet Lüdke. In Halstenbek griffen Langfinger 177 (196 in 2016) zu. Erfreulich: In Rellingen verschwanden 33 Drahtesel. 2016 waren es noch 52. Was auffällt: Die Diebstähle aus Autos – wie teure Navigationsgeräte oder Lenkräder – nahm in beiden Gemeinden zu: In Halstenbek von 68 auf 85, in Rellingen von 43 auf 83     Taten. Auch in Sachen Rauschgift ist das Rellinger Revierteam nicht unter Fahndungsdruck. Delikte gingen in Halstenbek von 47 auf 38, in Rellingen von 22 auf 14 Fälle zurück.

Die Bilanz von PHK Lüdke stimmt optimistisch: „Insgesamt war die Kriminalitätsbekämpfung von einer guten Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern und Mitarbeitern der Gemeinden geprägt.“ Mit der Folge, dass sich der Bürger in den Gemeinden sicher fühlen könne. Doch über Langeweile könnten sich seine Kollegen nicht beschweren: „Unterm Strich war viel los“, sagt Lüdke. Dafür sorgten besonders die Sondereinsätze in Zusammenarbeit der Einbruchsjäger von der Soko „Castle“ aus Hamburg und der Kreis Pinneberger Soko „Wohnung“ mit Kräften der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung aus Eutin sowie Kollegen der gesamten Polizeidirektion Bad Segeberg zur Prävention und Bekämpfung der Einbruchskriminalität. Lüdke kompromisslos: „Es geht um die Aufhellung von Bandenstrukturen.“

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