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Zusammenarbeit stärken : Sönke-Peter Hansen fordert Schul-Koordinator

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Vorsitzende des Kreissportverbands will die Zusammenarbeit zwischen Lehranstalten und Sportvereinen intensivieren.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Pinneberg | „Schule und Sportvereine müssen noch enger zusammenarbeiten“, sagt Sönke-Peter Hansen, Vorsitzender des Kreissportverbands Pinneberg (KSV). Da die Kinder sich immer länger in den Schulen aufhalten, sei es für die Vereine existenziell, mit den Bildungseinrichtungen zu kooperieren, um die Jugend überhaupt noch zu erreichen. Auch die Schulen profitieren, weil sie mit Hilfe der Klubs qualifizierte Sportangebote in die Ganztagsbetreuung integrieren können.

„Eine klassische Win-win-Situation“, erklärt Hansen. Wenn denn alle Beteiligten zueinander finden. Genau daran hakt es in Schleswig-Holstein häufig. Bürokratischer Aufwand, unsichere Finanzierung, mangelnde Wertschätzung des Sportangebots – die Rahmenbedingungen für das Zusammenkommen von Schule und Sport sind ungünstig. Zwar bietet der Landessportverband das Projekt Schule und Verein an. Die dafür von der Politik bewilligten Mittel in Höhe von 40  000 Euro pro Jahr reichen jedoch nicht einmal annähernd aus, um landesweit qualifizierte Angebote zu ermöglichen. Wenn überhaupt etwas passieren soll, müssen deshalb meistens Ehrenamtliche in die Bresche springen.

Sönke-Peter Hansen.
Sönke-Peter Hansen. Foto: Lars Zimmermann

Wie es besser laufen kann, zeigt laut des KSV-Vorsitzenden ein Blick nach Niedersachsen. Hansen hat dort mehrere Jahre als Geschäftsführer bei Eintracht Hildesheim gearbeitet und dabei geholfen, den Verein mit den Schulen zusammenzubringen. Für die erfolgreiche Arbeit erhielt Eintracht in Berlin vor kurzem den Großen Stern des Sports in Gold. 10  000 Euro bekamen die Hildesheimer für ihr Engagement, Sport-Arbeitsgemeinschaften an Ganztagsschulen der Stadt anzubieten. Rund 1300 Kinder nehmen in der Woche das Angebot wahr, mit dem der Schulsport ergänzt wird. An zehn Schulen bietet der Verein 130 Kurse an und ist damit für rund die Hälfte des Ganztagsprogramms an Hildesheimer Grundschulen verantwortlich.

Damit die Kooperation in Niedersachsen klappt, gibt es in jedem Kreissportverband einen Koordinator, der sich nur mit diesem Thema beschäftigt. Schulen und Vereine haben so feste professionelle Ansprechpartner, die ihnen helfen. Die niedersächsische Landesregierung bewilligt aber nicht nur dafür Mittel, sondern unterstützt auch die Sportangebote. Hansen wünscht sich ein ähnliches Modell in Schleswig-Holstein. „Das Problem ist, dass alle Sport toll finden, aber niemand dafür zahlen will“, sagt der KSV-Vorsitzende. Das betreffe nicht nur die Politik, sondern ebenso weite Teile der Gesellschaft. So seien beispielsweise etliche Eltern bereit, für Musik-Angebote Geld auszugeben. Beim Sport sehe das anders aus. Deshalb fordert Hansen ein generelles Umdenken.

Er sieht aber auch die Vereine in der Pflicht. Sie müssten bei Medien und Sponsoren noch offensiver für ihre Arbeit werben und so für die Angebote an den Ganztagsschulen trommeln. Für Pinneberg könnte sich der KSV-Vorsitzende eine Sport-Allianz der drei großen Vereine VfL, SC Pinneberg und SuS Waldenau vorstellen. Die könnte ähnlich wie die bereits existierende Schul-Allianz offensiv die Interessen des Pinneberger Sports vertreten. Da die Vereine zusammen etwa 8000 Mitglieder haben, „wäre das eine Allianz, die niemand ignorieren könnte“, betont Hansen.

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