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Orkan „Niklas“ : So wütete das Sturmtief über dem Kreis Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zahlreiche Bäume krachen auf Häuser, Bahngleise und Straßen. Fluttore in Wedel geschlossen. Feuerwehren im Dauereinsatz.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Das Sturmtief „Niklas“ ist ab Dienstagnachmittag mit orkanartigen Böen über den Norden gefegt. Diese waren teils so stark, dass Äste von Bäumen an der Bahnstrecke zwischen Tornesch und Elmshorn abbrachen und sich in den Oberleitungen verfingen. Die Deutsche Bahn sperrte daraufhin die Trasse von 12.35 bis 14.30 Uhr. Laut eines Bahnsprechers aus Hamburg fuhr ein Entstörtrupp mit einem Turmtriebwagen zu den Leitungen und befreite diese von den Ästen. Danach gab die Bahn die Strecke wieder frei – bis 18.05 Uhr. Dann krachte Höhe Tornesch ein Baum auf die Gleise. Zwischen Pinneberg und Elmshorn ging  nichts mehr. Um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, setzte die Bahn für alle Züge in Schleswig-Holstein die Höchstgeschwindigkeit auf  140 Stundenkilometer herab.

Zwischendurch mussten die Einsatzkräfte der Bahn erneut ausrücken, aber zur S-Bahn-Linie 1. Zwischen Hamburg-Sülldorf und Wedel war um 16.10 Uhr ein Baum auf das Gleisbett gefallen. Die Trasse wurde daraufhin gesperrt. Um 17.33 Uhr knallte auf Höhe Hamburg-Iserbrook ein weiterer Baum auf die Gleise. Zu Beeinträchtigungen aufgrund von Sturmschäden kam es ab dem späten Nachmittag auch auf der Linie 3 zwischen den Haltestellen Hamburg-Elbgaustraße und Hamburg-Diebsteich.

Außer den Bahnstrecken musste auch die Landesstraße 75 zwischen Elmshorn und Barmstedt für etwa eine halbe Stunde gesperrt werden. Wie Klaus Balzer, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Bokholt-Hanredder mitteilte, drohten am späten Vormittag in Vossloch drei Tannen auf die Hauptstraße zu stürzen. Nachdem die Einsatzkräfte die Lage begutachtet hatten, entschieden sie sich, die Bäume zu fällen. Ebenso wie in Vossloch rückten auch in anderen Kommunen, etwa in Wedel, Quickborn und Bilsen, Kameraden aus, um Bäume zu fällen. So um 15.30 Uhr, als drei Bäume auf die Bundesstraße 4 zwischen Bilsen und Lentföhrden (Kreis Segeberg) gefallen waren. 24 Feuerwehrmänner aus Bilsen und Alveslohe räumten die Unglücksstelle. Sie brauchten bis etwa 18 Uhr. Währenddessen war die Bundesstraße für den Verkehr in beide Richtungen nicht befahrbar. Bis 18 Uhr verzeichnete die Rettungsleitstelle in Elmshorn 130 Einsätze im Kreis Pinneberg.

Die Bäume auf den Straßen waren jedoch das kleinere Übel: In einigen Kommunen, etwa in Barmstedt, Quickborn, Hasloh und Ellerbek, fielen Bäume sogar auf Häuser. Verletzt wurde dabei niemand. Das THW half bei den Aufräumarbeiten. In Wedel schloss die Feuerwehr etwa zeitgleich, um 15.30 Uhr, die Fluttore am Schulauer Hafen. Der Grund: Für die Nacht wurde ein Pegelstand von 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Die seit Wochen geplante Eröffnungsfahrt einer Fähre von Büsum nach Helgoland wurde wegen des Wetters abgesagt. Behinderungen gab es auch am Flughafen. Dort wurden aufgrund des Sturmtiefs zahlreiche An- und Abflüge gestrichen.

An der Barmstedter Chemnitzstraße kippte um 17.50 Uhr ein Baum auf ein Haus. Die Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an. (Foto: Uthoff)
An der Barmstedter Chemnitzstraße kippte um 17.50 Uhr ein Baum auf ein Haus. Die Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an. (Foto: Uthoff)
 

In Barmstedt musste die Feuerwehr um 17.50 Uhr zum ersten Einsatz ausrücken: An der Chemnitzstraße war eine etwa 15 Meter hohe Tanne auf das Obergeschoss eines Hauses gekippt. Offenbar eher langsam, denn „wenn ich geschlafen hätte, hätte ich es wohl nicht bemerkt“, wie der Bewohner berichtete, der zu Hause war und die Feuerwehr alarmierte. 16 Mann  waren mit vier Fahrzeugen und der Drehleiter im Einsatz und zersägten den Baum. Währenddessen war die Chemnitzstraße  zwischen Au- und Kirchenstraße für den Verkehr gesperrt. Zur Schadenshöhe war gestern noch nichts bekannt.

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