Anstoss – Die HSV-Kolumne : So wird Knäbel ganz schnell zum „Pleite-Peter“

Lars Zimmermann
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Lars Zimmermann

Peter Knäbel - über seine Zukunft mach sich unser Autor bereits jetzt so seine Gedanken.

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05. Juli 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Seinen Platz in den HSV-Geschichtsbüchern dürfte Peter Knäbel, Direktor Profifußball der Rothosen, schon nach einigen Monaten in Hamburg sicher haben. Erst sein desaströses Kurz-Gastspiel auf der Trainerbank und nun die Posse um den Abgang von Maximilian Beister. Der kassierte ebenso wie vorher Lasse Sobiech eine satte Abfindung, damit er verschwindet.

Dass Beister direkt nach der Vertragsauflösung in Mainz unterschrieb, ließ Knäbel wie einen Idioten wirken. Den Publikumspreis werde man in dieser Transferperiode sicher nicht gewinnen, stellte der Sportdirektor fest. Wenn es so weiter geht, bestehen aber zumindest Chancen, sich wieder als Lachnummer der Liga zu profilieren. Mit Jacques Zoua und Artjoms Rudnevs sind nämlich noch weitere Profis mit dem „Geschenkt ist noch zu teuer“-Prädikat auf der Lohnliste.

Die dürften nicht einmal ablösefrei woanders unterkommen, weil kein Verein bereit ist, deren  hohe Gehälter zu übernehmen. Also müssen die Hamburger auch in diesen Fällen vermutlich draufzahlen, um die  Profis loszuwerden. Das ist immer noch billiger, als die nicht bundesligatauglichen Altlasten ein weiteres Jahr zu ertragen. Letztendlich badet Knäbel also nur die Fehler von seinen unfähigen Vorgängern Oliver Kreuzer und Frank Arnesen aus.

Die Sünden der Vergangenheit kann Knäbel niemand vorwerfen. Allerdings ist auch festzustellen, dass er bisher nur wenig auf der Habenseite verbuchen kann. Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer bekam noch als Sportdirektor in Hamburg vor einigen Jahren den Spitznamen „Dukaten-Didi“ verpasst, weil er mittelmäßige Spieler wie Nigel de Jong für viel Geld veräußerte. Aus Knäbel scheint nach derzeitigem Stand eher der „Pleite-Peter“ zu werden.

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