Eisbaden : So viele Eisschwimmer haben noch nie in Moorrege angebadet

Anbaden: Gemächlich ging es ins Wasser – bei den meisten der etwa 40 Teilnehmer im Sprint wieder raus.
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Anbaden: Gemächlich ging es ins Wasser – bei den meisten der etwa 40 Teilnehmer im Sprint wieder raus.

Sonnenschein und fünf Grad kaltes Wasser: 40 Teilnehmer haben sich bei kalten Temperaturen ins Naturbad Moorrege getraut.

shz.de von
08. Januar 2018, 10:10 Uhr

Moorrege | „Immer 1. Liga!“ „Niemals 2. Liga!“ Detlef und Benjamin Kuhn aus Tangstedt fielen mit ihren großen weißen Zylindern, den Slogan und dem HSV-Logo am Sonntag beim Anbaden in Moorrege auf. „Geht der HSV heute baden?“, lautete die Frage, die den beiden Tangstedtern immer wieder gestellt wurde. „Natürlich nicht“, waren die beiden eingefleischten Fans bei ihrer Premiere überzeugt. Doch was trieb sie bei zwei Grad Luft- und fünf Grad Wassertemperatur in das eisige Nass des Naturbads? „Eine Wette“, sagten Detlef und Benjamin Kuhn wie aus der Pistole geschossen. „Wir haben uns beide hochgeschaukelt, dass der andere sich nicht traut“, sagte Detlef Kuhn und Benjamin ergänzte: „Jetzt stehen wir beide hier und sind gleich mittendrin. Kneifen gilt nicht mehr.“

Die Angst vor den Temperaturen versuchte ihnen Harald Breuß auf seine ganz eigene Art zu nehmen. „Keine Angst Jungs. Das Wasser hat fünf Grad. Da holt man sich fast Brandblasen“, sagte der 78-jährige passionierte Eisbader. Seit 1955 steigt der Elmshorner im Winter ins Wasser – seit 2010  fast täglich im Naturbad Glinde. „Ein Grad ist die beste Temperatur, um ins Wasser zu gehen“, sagte Breuß. Dann sei das Wasser am natürlichsten. Auch die Außentemperatur sei rund um den Gefrierpunkt ideal: „Dann ist die Luft ganz rein.“ Breuß geht bei jedem Wetter und jeder Temperatur baden. „Nur im Juli und August nicht. Dann ist es mir zu warm. Das mag ich nicht.“

Gestiegener Wasserstand

Doch selbst für den erfahrenen Schwimmer gab es gestern beim Anbaden eine Premiere. Erstmals ging es aus dem Nichtschimmerbereich ins Wasser. „Der Wasserstand ist in der letzten Woche so sehr angestiegen, dass man nicht mehr stehen kann. Die Treppen zu nutzen, wäre zu eng“, sagte Uwe Schankin, Vorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) Region Uetersen, die die Veranstaltung seit Jahren organisiert. Mit mehr als 40 Teilnehmern gingen gestern so viele ins Wasser wie noch nie. „So einen hohen Wasserstand hatten wir auch noch nie“, sagte Schankin.

„Das ist ganz anders, wenn man aus dem Nichtschwimmerbereich ins Wasser geht als wenn man die Leiter runtersteigt“, erläuterte Maren Mehrens, ebenfalls eine erfahrene Eisschwimmerin. „Wenn man die Treppe nutzt, geht es schneller. Das ist einfacher“, sagte Mehrens, die in diesem Jahr auf ihren Mann Timm und auch Sebastian Engel als Begleitung verzichten musste. „Die beiden schwimmen heute bei den German Ice Open in Nürnberg. Da ist es noch kälter als hier“, sagte Mehrens nach dem Schwimmen mit Mütze und in einen dicken Bademantel gehüllt. Ihr Tipp fürs Aufwärmen: „Gleich gibt es einen Kinderpunsch und ich habe eine Schneehose sowie zwei weitere Hosen dabei. Wenn ich zu Hause bin, gönne ich mir ein ein schön warmes und langes Bad. Danach kuschele ich mich in meine warmen Klamotten. Das hilft immer.“

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