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3000 Arbeiter für eine Königin : So verlief die Frischzellenkur der „Queen Mary 2“ in Hamburg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit gigantischem Personalaufwand und im 24-Stunden-Betrieb erhielt die „Queen Mary 2“ eine Frischzellenkur.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Hamburg | 3,3 Millionen Kreuzfahrt-Kilometer auf dem königlichen Buckel – da muss auch eine Majestät mal zum Facelifting. Und so erhielt der Luxusliner „Queen Mary 2“ in Hamburg bis Ende der Woche die gründlichste Runderneuerung seit Indienststellung im Jahr 2004. Mehr als 3000 Handwerker und Ausrüster legten auf der Werft Blohm + Voss Hand an für die dreieinhalbwöchige Schönheitskur des Flaggschiffs der britischen Reederei Cunard – und das im 24-Stunden-Betrieb. Die deutsche Reedereichefin Anja Tabarelli: „Eine alte Lady dockte bei Blohm + Voss ein – heraus kommt ein völlig neues Schiff.“

Aufgefrischt wurde die 345 Meter lange „Königin der Meere“ innen wie außen. Der neue, nachtblaue Anstrich am Rumpf ist fertig und wurde abschließend gereinigt. Einen Neuschliff erhielten die Propeller-Flügel der vier riesigen Schiffsschrauben. Auch Stabilisatoren und die drei seitlichen Bugstrahlruder erfuhren eine Wartung.

Pflege muss sein: Im Zuge der Runderneuerung wurde auch einmal die Außenhaut des Schiffs gereinigt.
Pflege muss sein: Im Zuge der Runderneuerung wurde auch einmal die Außenhaut des Schiffs gereinigt. Foto: dpa
 

Die größten Veränderungen aber gibt es auf den 13 Passagierdecks der „QM2“, die seit ihrem Erstanlauf von den Hamburgern geradezu inbrünstig verehrt wird. Kabinen, Restaurants, Lobby, Wellness-Bereich und andere öffentliche Räume wurden teils völlig überarbeitet, allein 40.000 Quadratmeter Teppiche waren zu verlegen.

Sie gibt die Richtung vor: Die Schiffsschraube der „Queen Mary“ ist an einem drehbaren Pod-Antrieb befestigt.
Sie gibt die Richtung vor: Die Schiffsschraube der „Queen Mary“ ist an einem drehbaren Pod-Antrieb befestigt. Foto: dpa
 

Auch alle 172 der besonders edlen „Queens“- und „Princess“-Suiten erhielten neu gestaltete Schlaf- und Wohnbereiche. Warme Pastelltöne dominieren dort fortan, kombiniert mit den Cunard-Farben Rot und Mitternachtsblau. Auch an anderen Orten des Schiffs schufen die Designer eine Verbindung von modernen, klaren Linien mit verspielten Art-Déco-Elementen – Anklang an die große Kreuzfahrt-Ära der 1930er.

Bloß nicht ausrutschen: Auch die Bugstrahler – mit ihnen wird die Manövrierfähigkeit erhöht – wurden inspiziert.
Bloß nicht ausrutschen: Auch die Bugstrahler – mit ihnen wird die Manövrierfähigkeit erhöht – wurden inspiziert. Foto: dpa
 

Nach Verlassen der Werft, so verspricht es Cunards Marketingdirektor Angus Struthers, werde die Queen wieder ein „einzigartiges Juwel“ sei, „besser ausgestattet als jemals zuvor“. Zu den Kosten der Schönheits-OP schweigt die Reederei dezent. Dem Vernehmen nach sind es mehr als 50 Millionen Euro.

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