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Interaktive Karten : So teuer wohnt es sich im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neuer Immobilienatlas: Der Speckgürtel von Hamburg wird teurer. Vor allem Bestandsgebäude sind beliebt.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 17:00 Uhr

Hamburg / Kreis Pinneberg | Das Hamburger Umland bleibt Häuslebauern lieb und teuer. Wegen des anhaltenden Drucks des Hamburger Marktes hat sich der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien im schleswig-holsteinischen Speckgürtel auch 2014 fortgesetzt. Dabei verteuerten sich in den nördlichen Randkreisen vor allem gebrauchte Immobilien nochmals deutlich: am stärksten Eigentumswohnungen aus dem Bestand, deren durchschnittliche Angebotspreise um 8,7 Prozent zulegten; im Jahr zuvor hatte der Aufschlag bei 5,9 Prozent gelegen. Für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser im Umland mussten Käufer durchschnittlich 4,4 Prozent mehr zahlen (2013: 5,8 Prozent). Das geht aus dem gestern vorgestellten Immobilienatlas der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg (LBS) hervor. LBS-Vorstandschef Peter Magel: „Immer mehr Käufer suchen im Großraum Hamburg nach bezahlbarem Wohnraum. Dieser Überlaufeffekt führt zu Preissteigerungen, die sich bis ins Umland fortsetzen.“

Bei Neubauten verlief die Entwicklung weniger drastisch. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten in den Randkreisen im vergangenen Jahr lediglich ein Prozent mehr (2013: 8,7 Prozent), neue Eigentumswohnungen 2,2 Prozent (3,9 Prozent). In Hamburg selbst zeigte sich dagegen ein durchweg kräftiger Preisanstieg in allen Kategorien, durchschnittlich um etwa fünf Prozent. Häuserneubauten verteuerten sich an Alster und Elbe sogar um 7,7 Prozent. Magel: „Ursache sind neben der hohen Attraktivität der Stadt die gesunkenen Zinsen.“

Am teuersten sind eigene Immobilien außerhalb Hamburgs in den direkt angrenzenden Orten. Den durchschnittlichen Spitzenpreis für neue Häuser ermittelte die LBS in Halstenbek mit 2990 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Elmshorn (2618 Euro) und Norderstedt (2613 Euro). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus dem Bestand führt Wentorf/Aumühle (Kreis Herzogtum Lauenburg) die Rangliste mit einem Durchschnittspreis von 2922 Euro pro Quadratmeter an. Auch Schenefeld (2607 Euro) und Halstenbek 2522) gehören in diesem Segment zu den Top Five. Die teuersten neuen Eigentumswohnungen gab es in Wedel (3089 Euro).

Ein- und Zweifamilienhäuser - Neubau (Durchschnittspreise Euro pro Quadratmeter)

Die Verschnaufpause war nur von kurzer Dauer. Die Preise für Hamburger Wohnimmobilien haben im vergangenen Jahr wieder einen deutlichen Satz nach oben gemacht. Neue Häuser verteuerten sich 2014 durchschnittlich um 7,7 Prozent, nach einem Preisrückgang von 2,9 Prozent im Jahr zuvor. Wie aus dem gestern vorgelegten Immobilienatlas der Landesbausparkasse für Schleswig-Holstein und Hamburg (LBS) hervorgeht, gab es auch in allen anderen Kategorien an Elbe und Alster deutliche Aufschläge.

Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand wurden um 5,5 Prozent teurer (2013: plus  0,3 Prozent), Eigentumswohnungen aus dem Bestand um 5,0 Prozent (5,6) und neue Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent (6,7). LBS-Vorstandschef Peter Magel: „Die Hauptursache sind vor allem die nochmals deutlich gesunkenen Zinsen.“

Ein- und Zweifamilienhäuser - Bestand (Durchschnittspreise Euro pro Quadratmeter)

Für immer mehr Menschen rechne sich der Kauf einer eigenen Immobilie auch im teuren Hamburg. Zugleich hielt aber der Trend zum Wegzug ins Umland an. In der Folge zogen die Preise auch dort an, am stärksten bei Eigentumswohnungen aus dem Bestand (plus 7,4 Prozent) und bei gebrauchten Häusern (plus 4,4 Prozent). Magels Prognose: „Die schleswig-holsteinischen Siedlungsgebiete werden attraktiv bleiben.“ Das liege vor allem an den immer noch wesentlich günstigeren Preisen jenseits der Hamburger Stadtgrenzen.

Eigentumswohnungen - Bestand (Durchschnittspreise Euro pro Quadratmeter)

Allerdings gilt: Je näher an Hamburg gelegen, desto teurer sind auch im Speckgürtel Häuser und Eigentumswohnungen. So erzielen Verkäufer die höchsten Preise in direkt angrenzenden Orten wie Halstenbek, Schenefeld, Wedel. Im Zehnjahresvergleich haben sich die Immobilienpreise in und um Hamburg laut LBS durchweg um mehr als 50 Prozent erhöht, in einigen Stadtteilen sogar verdoppelt. Dennoch sei die anhaltende Niedrigzinsphase eine „Riesenchance“ für Verbraucher.

Eigentumswohnungen - Neubau (Durchschnittspreise Euro pro Quadratmeter)

Keine negativen Auswirkungen auf den Markt erwartet der LBS-Chef von Olympia in Hamburg. Im Gegenteil: Sollte die Hansestadt den Zuschlag für die Sommerspiele 2024 erhalten, werde der Senat Stadtentwicklunsgprojekte wie den Sprung über die Elbe und die Aufwertung der östlichen Stadtteile noch beschleunigen, glaubt Magel: Er rechne nicht mit einer dramatischen Erhöhung der Immobilienpreise: „Wahrscheinlich würden dann  sogar mehr Objekte zu bezahlbaren Preisen gebaut.“

Die Daten wurden dem neuen Immobilienatlas der Landesbausparkasse für Schleswig-Holstein und Hamburg (LBS) entnommen.

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