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Nach Bekanntgabe der Kriminalstatistik : So sicher ist der Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

19.779 Straftaten wurden 2015 verübt, 2,8 Prozent weniger als 2014. Polizei klärt fast jedes zweite Delikt auf. Flüchtlinge sind kein Thema.

Kreis Pinneberg | Als Ingo Minnerop, Leiter der Kriminalinspektion Bad Segeberg, und Sarah Lampe, Leiterin der Kriminaldienststelle Pinneberg, gestern die polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für den Kreis Pinneberg in Elmshorn präsentierten, hatten die beiden Ermittler allen Grund zur Freude: Die Zahl der registrieren Straftaten ist im vergangenen Jahr gesunken: von 20.335 auf 19.779. Das Entspricht einem Minus von 576 im Kreis Pinneberg angezeigten Delikten, also einem Rückgang um 2,8 Prozent. Ein Plus an Straftaten nahm die Polizeidirektion indes in den Bereichen Wohnungseinbruchdiebstähle, Rauschgiftkriminalität und sexueller Selbstbestimmung wahr – in allen anderen ein Minus. Auch in Sachen Aufklärung. Die Quote sank 2015 um 1,3 Prozent auf 46,4 Prozent.

Mord und Totschlag beschäftigten die Polizei im Kreis Pinneberg im vergangenen Jahr insgesamt 18-mal: Neunmal handelte es sich dabei um versuchte Tötungsdelikte, bei acht Fällen um fahrlässige Tötungen und einmal um einen Schwangerschaftsabbruch. Die Fälle, die für das größte Aufsehen gesorgt hatten, waren laut Lampe, eine Schießerei vor der Schenefelder Diskothek „Eberts“ im April sowie ein Messerangriff auf eine 30-jährige Frau in Rellingen im September. In beiden Fällen überlebten die Opfer und die mutmaßlichen Täter konnten ermittelt werden. In der vergangenen Woche hat am Landgericht Itzehoe der Prozess gegen einen 34-jährigen Rellinger begonnen, der den Messerangriff verübt haben soll.

Hinzu kommen laut Minnerop weitere Todesermittlungsverfahren im dreistelligen Bereich. „Das liegt daran, dass wir jedes Mal dann, wenn ein Arzt die Todesursache nicht genau festlegen kann, ein Verfahren einleiten müssten“, erläuterte Minnerop. Meistens handle es sich dabei allerdings nicht um Tötungsdelikte.

156-mal wurden im Kreis Pinneberg 2015 Sexualdelikte angezeigt. „Das sind acht Fälle mehr als im Jahr zuvor“, sagte Lampe. Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen ist jedoch von 27 auf 15, die Zahl der angezeigten exhibitionistischen Handlungen von neun auf vier Taten gesunken. Allerdings gab es 2015 mehr Anzeigen wegen Missbrauchs von Kindern, in diesem Bereich wurden 57 Anzeigen erstattet, 2014 waren es 37. „Unsere Aufklärungsquote bei Missbrauch von Kindern lag 2015 bei knapp unter 80 Prozent“, sagte Minnerop. Die ermittelten Täter seien überwiegend Familienmitglieder oder andere Menschen aus dem sozialen Umfeld der Kinder gewesen. Zudem wies Minnerop darauf hin, dass nur die sogenannte Hellziffer der Sexualdelikte bekannt sei. „Etwa 90 Prozent der Fälle werden gar nicht angezeigt“, sagte Minnerop. Oder es käme erst viele Jahre später zu einer Anzeige, sodass unter den ermittelten Sexualdelikten in der Kriminalstatistik auch Taten seien, die viele Jahre zurückliegen.

„Im Jahr 2015 hat die Polizei in 1228 Fällen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, die Aufklärungsquote betrug 83 Prozent“, sagte Lampe. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 253 Fälle mehr. „Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass es mehr Drogendelikte gab, sondern, dass die Kollegen gut gearbeitet haben“, sagte Lampe. Denn bei Drogendelikten handle es sich um Kontrolldelikte – weder der Drogenkonsument noch der -verkäufer hätten ein Interesse daran, dass die Polizei in diesem Bereich die Strafverfolgung aufnehme.

Da das Thema in den vergangenen Wochen bundesweit sehr präsent war, ging Minnerop am Ende der Präsentation noch einmal auf das Thema Flüchtlinge und Kriminalität ein. „Flüchtlinge und Asylbewerber spielen in unseren Ermittlungen derzeit keine Rolle, sie machen lediglich 0,1 Promille der Tatverdächtigen aus“, sagte Minnerop. Dennoch beschäftige sich die Polizei mit diesem Thema. „Die Menschen, die hier Schutz suchen, kommen aus einem anderen Kulturkreis. Einiges, was dort normal ist, gilt hier schon als Straftat“, sagte Minnerop. Deshalb sei die Polizei dazu angehalten, darauf aufmerksam zu machen und so zu verhindern, dass Flüchtlinge Straftaten begehen.

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erstellt am 12.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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