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Mit Kommentar : So schön wird das neue Verkehrsamt in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Knapp acht Millionen Euro investiert das Elmshorner Unternehmen EMV/Eggert Gruppe in das neue Straßenverkehrsamt des Kreises Pinneberg. Im März ist Baubeginn.

Elmshorn | Es sind Arbeitsbedingungen, die niemand gern hat: „Die Fassade ist weder winddicht noch gedämmt. Für die Fenster gibt es keine Ersatzteile. Daher wurden bereits vor den Fenstern zusätzlich halbhohe Scheiben eingesetzt, um im Winter die Räume vor Zugluft zu schützen. Im Sommer heizen sich die Räume in kürzester Zeit auf Temperaturen über 30 Grad auf.“ So beschreibt die Kreisverwaltung die Zustände im Straßenverkehrsamt in Pinneberg. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, schimmeln im Keller des Hauses 35.000 Akten. Noch einen kompletten Sommer und einen fast kompletten Winter, dann können die Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Spätestens Ende Februar 2018 ziehen sie in das neue Straßenverkehrsamt nach Elmshorn.

Das  künftige Verkehrsamt wird aus zwei Gebäuden bestehen, die mit  einem gläsernen Foyer verbunden sind. In einem Gebäude ist ein großer Wartebereich für die Kunden vorgesehen, in dem anderen haben die Mitarbeiter der Zulassungsstelle ihre Büros, erläutert Christian Mahler, Geschäftsführer von EMV/Eggert. Der Haupteingang ist an der Ernst-Abbe-Straße.

Wer will, kann von dort aus per Aufzug in den ersten Stock gelangen. Dort werden die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben, die sich um Führerscheine kümmern. Auch hier ist ein größerer Wartebereich geplant. Im zweiten Obergeschoss werden die Bereiche Verkehrslenkung und Verkehrsaufsicht untergebracht. Künftig gibt es auch für die fünf Mitarbeiter des Messteams zur Geschwindigkeitsüberwachung Platz im Verkehrsamt. Zurzeit haben sie ihr Büro bei der Polizei in Pinneberg.

<p>Das künftige Amt von den Parkplätzen aus gesehen. Die beiden Gebäude sind mit einem gläsernen Foyer verbunden.</p>

Das künftige Amt von den Parkplätzen aus gesehen. Die beiden Gebäude sind mit einem gläsernen Foyer verbunden.

Foto: Grafik: EMV

Das dritte Obergeschoss ist frei. Hier können noch drei Teilflächen mit insgesamt 1000 Quadratmetern vermietet werden.

Die EMV/Eggert-Gruppe baut auf ihrem Grundstück insgesamt 143 Parkplätze. 100 Parkplätze auf dem Gelände sind für das Straßenverkehrsamt vorgesehen.

Das Straßenverkehrsamt bekommt knapp 2000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.  Das Gebäude wird nicht unterkellert. Und statt schlecht isolierter Zimmer im maroden Bau in Pinneberg bekommen die dann 67 Mitarbeiter „moderne, zeitgemäße Büroflächen sowie helle, offene und freundliche Zimmer“, sagt Mahler. Der Standard sei mit dem des Kreishauses vergleichbar. Allerdings werden im Straßenverkehrsamt die  Flure etwas breiter, wegen des Publikumsverkehrs. Laut Kreisverwaltung werden derzeit im Straßenverkehrsamt jährlich etwa 90.000 Bürger bedient.

Das neue Verkehrsamt erhält vier Geschosse, das Kreishaus hat fünf.  Der rot-bunte Verblendstein wird in der Region produziert. Und damit die Mitarbeiter im Sommer nicht  mehr wie an ihren jetzigen Arbeitsplätzen ins Schwitzen kommen, soll vor den Fenstern ein Sonnenschutz installiert werden.  Insgesamt wird EMV/Eggert rund acht Millionen Euro  investieren.

Die monatlich Miete beträgt laut Vorlage der Kreisverwaltung inklusive Nebenkosten rund 33.000 Euro monatlich. Der Mietvertrag läuft bis zum Jahr 2036.

Kommentar: Eine sehr gute Lösung

Wer Zweifel an der Notwendigkeit eines neuen Straßenverkehrsamts  hatte, braucht  nur den maroden Altbau und die Pläne für das neue Gebäude zu vergleichen. In Pinneberg gab es dennoch Sorgen. Sorgen, die  Stadt könne als  Folge des Umzugs ihren  Status  als Kreisstadt verlieren. Das hatte und hat niemand gefordert. Es wäre auch völlig absurd, so etwas am Standort  eines Amtes  mit etwas mehr 60 Beschäftigten fest zu machen.
Dennoch gibt es Nachteile für die Kreisstadt: Die Mitarbeiter der Autohäuser aus Pinneberg und Umgebung werden künftig einen etwas längeren Weg zum Straßenverkehrsamt haben. Und Pinneberg verliert  – verschwindend gering –  an Kaufkraft. Das war’s dann aber.
Auf der Haben-Seite steht ein modernes Amt, in dem die Mitarbeiter statt der bisherigen, kaum  noch zumutbaren, nun zeitgemäße Arbeitsplätze bekommen. Und der Kreis Pinneberg hat künftig eine Kreisverwaltung aus einem Guss. Jeder, der nicht nur den eigenen Kirchturm im Blick hat, wird einräumen müssen, dass dies eine sehr gute Lösung ist. (Bern Amsberg)

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erstellt am 21.Feb.2017 | 10:00 Uhr

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