zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:59 Uhr

So lernten Gärtner vor 100 Jahren

vom

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Schwarz-Weiß- Fotos von Gärtnern mit Weste, Strohhut und gestärktem Hemd. Arbeitszeugnisse in altmodischer Sütterlin-Schrift. Die Ausstellung "Gut hats der, der lernt" des Deutschen Baumschulmuseums in Pinneberg nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch über 100 Jahre Gärtnerausbildung. Eröffnung ist am Sonntag, 5. Mai, in der Halstenbeker Straße 29.

"Wir machen jedes Jahr eine Sonderausstellung", erklärt Hildegard Lunau, die ehrenamtliche Leiterin des Museums. Dieses Jahr durchforstete Lunau das eigene Archiv nach Dokumenten über die Geschichte der Ausbildung in den Baumschulen im Kreis Pinneberg. Dafür trug sie Fotos, Ausbildungsverträge, Prüfungsberichte und Tagebücher der Lehrlinge zusammen. Der dokumentierte Zeitraum erstreckt sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. "Ab dem 19. Jahrhundert wurden die Anforderungen an die Gärtner zunehmend komplexer", erklärt Lunau. "Auch theoretisches Wissen war jetzt gefordert." Daher mussten die Lehrlinge nun auch weiter die Schulbank drücken, zum Beispiel in der "Winterschule" in Elmshorn.

Nach dem Ende der Ausbildung nannten sich die frischgebackenen Gärtner "Gehilfen", nicht "Gesellen", wie in anderen Handwerksberufen. Doch auch die Gehilfen gingen auf Wanderschaft. Wechselten die Betriebe oder zogen auch ins Ausland. "Lehrlinge aus dem Kreis Pinneberg verschlug es nicht nur nach Erfurt oder Dresden, sondern oft auch nach Frankreich, England oder in die Niederlande. Auch in den 1920er Jahren, als der 1. Weltkrieg gerade vorbei war, gingen die Gehilfen ins ehemalige Feindesland, um neue Methoden des Gärtnern zu lernen. Die Archivbestände des Museums enthalten vor allem Geschenke von ansässigen Betrieben und Familien. "Eine richtige wissenschaftliche Ausarbeitung bieten wir nicht", so die Leiterin, "aber man bekommt doch einen guten Eindruck von den Entwicklungen."

Bei der Eröffnung wird Claus Heller, der Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, einen Vortrag halten. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen. Die Austellung soll bis Ende Oktober laufen. Das Baumschulmuseum hat dienstags von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen