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Wo bleibt der Stau? : So läuft's mit den Ampeln an der A23

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nichts los auf der Autobahn: Die neuen Ampelanlagen der A23-Auffahrten im Kreis Pinneberg hatten an ihrem ersten Arbeitstag noch wenig zu regeln.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2017 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Im Nebel verdeckt stehen sie da. Die sechs elektronischen Helfer, die zukünftig den Verkehr auf der Autobahn 23 Richtung Hamburg regeln sollen. Die Rede ist von den neuen Ampeln an den Auffahrten in Pinneberg-Mitte, Halstenbek-Krupunder und Halstenbek-Rellingen. Sie sollen den Verkehrsfluss auf der Autobahn verbessern und Staus verhindern. Doch tun sie das auch? Wir haben uns die Lage zum Start am Freitag einmal genauer angesehen.

Es ist noch dunkel. Und ruhig. Viel zu ruhig für die Auffahrt in Pinneberg-Mitte. Beim Blick von der nahen Brücke direkt über der A23 herrscht fast gähnende Leere. Klar, die Autobahn an sich ist gegen 6.30 Uhr schon gut befahren. Aber die Auffahrt? Von kilometerweiten Autoschlangen, die sich an Tankstellen und Baumärkten bis in den Ortskern ziehen, ist bisher nichts zu sehen. Das hatten am Vortag zahlreiche Nutzer der Facebook-Seite des Pinneberger Tageblatts befürchtet. Vielleicht ist 6.30 Uhr einfach noch zu früh? Vielleicht fahren die Pendler am Freitag erst später zur Arbeit?

Es wird heller, als unsere Testfahrt weiter in Richtung Auffahrt Halstenbek-Krupunder geht. Auf den Straßen regt sich was. Mehr und mehr Autos reihen sich ein oder fahren vorbei. Baufahrzeuge, Dienstwagen und Motorräder sind zu sehen. Alle Fahrer vermeintlich auf dem Weg zur Arbeit. Aber die Auffahrt? Nichts, was auch nur ansatzweise in Richtung Stau deuten könnte. Vereinzelt fahren einige Pendler auf die Autobahn. Die Anlage schaltet sich bei erhöhtem Verkehr automatisch ein. Sie bleibt aber aus. Anscheinend hält sie es noch nicht für nötig einzugreifen.

Nordrhein-Westfalen als Paradebeispiel

Mittlerweile ist es 7.30 Uhr. Wo bleibt der Berufsverkehr? Sind wir zu früh? Mal schauen, wie es in Halstenbek-Rellingen aussieht. Auf dem Weg dorthin kommt ein Bericht über die neuen Ampelanlagen im Radio. Auch dort wird gefragt, ob die Ampeln was taugen. Bisher keine Beschwerden und auch keine Staumeldungen. Klingt ja schon mal nicht schlecht. Eine Hörerin berichtet, dass es solche Ampeln bereits in Nordrhein-Westfalen gibt – würde reibungslos funktionieren. Vorausgesetzt alle Verkehrsteilnehmer halten sich an die neuen Regeln. Ein anderer Hörer meint: „Freitag ist doch eh nichts auf der Autobahn los.“

Jeder Autofahrer wird auf den Auffahrten auf die neuen Anlagen hingewiesen.
Jeder Autofahrer wird auf den Auffahrten auf die neuen Anlagen hingewiesen. Foto: Staudt

In Halstenbek-Rellingen angekommen, präsentiert sich das gleiche Bild wie an den anderen Auffahrten. Aufkommender Berufsverkehr ja, Stau oder stockender Verkehr nein. Hier müssen die Ampeln ein ums andere Mal sogar zum Einsatz kommen. Ob das die Autofahrer stört oder nicht, ist in ihren verdeckten Gesichtern nicht zu erkennen. Aber wo ist der Stau, den einige Menschen in Internetforen vorausgesagt haben?

Nochmals zurück nach Pinneberg-Mitte. Da muss es sich doch jetzt langsam mal stauen... Und tatsächlich, die Schlange zur Auffahrt ist länger geworden. Von einem Verkehrschaos kann allerdings keine Rede sein. Kein Hupkonzert ist zu hören. Ein Hauen und Stechen um die besten Plätze bei der Auffahrt gibt es auch nicht. Und wenn die Ampel doch mal auf rot springt, wird brav angehalten. Alle halten sich bisher an die neuen Spielregeln. Es ist 8.20 Uhr, und die Tour ist beendet. Der Nebel hängt immer noch in dicken Schwaden in der Luft. Vorher haben wir abermals in Halstenbek-Krupunder und Halstenbek-Rellingen vorbeigeschaut, doch auch da gab es nichts weiter Weltbewegendes.

Es bleibt dennoch weiter die Frage: Liegt das an den neuen Ampeln oder nicht? Den Start haben die Ampeln zumindest schon mal nicht verpatzt. Wirklich viel zu regeln hatten sie allerdings auch nicht. Vielleicht, weil Freitag ist oder Pendler ihnen von Anfang an aus dem Weg gehen wollen. Ob die Ampeln etwas nützen, bleibt abzuwarten.

Ampeln zur Autobahnauffahrt: Ist das die Lösung gegen Stau?

zum Ergebnis
 

Die größten Verkehrsbehinderungen an diesem Morgen gab es zumindest nicht auf den Auffahrten zur Autobahn im Kreis Pinneberg. Die gab es – wie könnte es anders sein – in der Pinneberger Mühlenstraße. Vor einer örtlichen Grundschule, wo der allmorgendliche Wahnsinn wieder seinen Lauf nahm: Eltern, die ihre Kinder alle zur gleichen Zeit mit dem Auto zur Schule bringen. Aber das ist ein anderes Thema.

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