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Die Checkliste : So kommen Vereine an Bußgeld

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vereine sind bisher zögerlich, Bußgelder als Erlösquelle zu erschließen. Wir zeigen, was zu tun wäre.

Viele Vereine wissen nicht, dass sie von Auflagen profitieren können. „Bisher spielt das bei uns keine Rolle“, sagt Mark Müller, Geschäftsführer beim Elmshorner Männer-Turnverein (EMTV). Der Sportverein gehört zu den größten im Kreis. Ähnlich äußern sich Uwe Hönke, Geschäftsführer beim VfL Pinneberg, und Tobias Grosse, Geschäftsstellenleiter beim Wedeler TSV. Bisher haben die Vereine auch nicht versucht, diese Erlösquelle zu erschließen. Dabei sind auch viele Sportvereine an Präventionsprojekten beteiligt.

Die Awo-Suchthilfe Schenefeld bekam bisher eher zufällig Geld. „Wir haben uns da bisher nicht aktiv drum gekümmert. Aber in Zukunft müssen wir nach Alternativen suchen, wenn etwa Geld der Kommunen gestrichen wird“, sagt Anita Schanz-Lorefice von der Awo.

Der Landessportverband (LSV) hat auf seiner Internetseite eine „Gebrauchsanleitung Bußgeldempfang“ und zahlreiche Musterschreiben veröffentlicht. Das sind die wichtigsten Schritte:

Diese Nachweise zusammenstellen: Bescheinigung über die Freistellung von der Körperschafts- und Gewerbesteuer oder Erklärung, nicht veranlagungspflichtig zu sein; Beschreibung der Zielsetzung oder Satzung; Mitteilung über Satzungsänderungen, Erklärung über die Verwendung des zugewiesenen Geldes, Einverständnis, im Rechenschaftsbericht veröffentlicht zu werden, Bankverbindung.

Antragsformular abschicken: Mit dem Schreiben bitten Vereine das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig um Aufnahme in die Liste der gemeinnützigen Vereine. Darin müssen die Richter und Staatsanwälte überzeugt werden, dass das Geld bei ihnen gut angelegt ist.

Projektbeschreibung: Die sozialen Aspekte der Vereinsprojekte, etwa das Ziel Prävention, müssen in den Bewerbungsunterlagen deutlich werden.

Kontakt aufnehmen: Wenn ein Verein auf der Liste steht, sollte er die örtlichen Gerichte und Staatsanwaltschaften kontaktieren. Eine Adressliste stellt der LSV bereit. Gerichten und Staatsanwaltschaften sollte der regionale Bezug des Vereins deutlich werden.

Die Empfänger von Geld sollten Gerichte und Staatsanwaltschaften selbst über Zahlungseingänge informieren. Niemand läuft gern Geld hinterher. Außerdem sollten sie in der Lage sein, stets über die Verwendung Auskunft geben zu können. Die Buchhaltung muss also professioinell sein.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 16:03 Uhr

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