Abc-Schützen : So kommen die Kinder sicher zur Schule

Eltern und Kinder können gemeinsam für einen ungefährlichen Schulweg sorgen.

Eltern und Kinder können gemeinsam für einen ungefährlichen Schulweg sorgen.

2270 Abc-Schützen werden im Kreis Pinneberg eingeschult. Deutsches Hilfswerk gibt Tipps für Verhalten im Straßenverkehr.

shz.de von
16. August 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Sommerferien gehen zu Ende. Gerade für Schulanfänger beginnt ab sofort der Ernst des Lebens. Im Kreis Pinneberg werden an den 45 Grundschulen sowie fünf allgemeinbildenden Schulen insgesamt 2770 Abc-Schützen eingeschult. Das berichtet Kreissprecher Oliver Carstens auf Anfrage von shz.de. Mit 113 Kindern hat die Friedrich-Ebert-Schule in Elmshorn die meisten Erstklässler im Kreis Pinneberg. Die wenigsten Einschulungen gibt es auf Helgoland. Gerade einmal fünf Kinder werden dort ab sofort die Schulbank der ersten Klasse drücken.

Schulweg-Training

Doch nicht nur die Schule ist für die Kinder neu, auch der Schulweg will gelernt sein. Hier kommen die Eltern ins Spiel. Mit dem Schulweg-Training hat man am besten schon in den Ferien begonnen. Die Erstklässler lernen so, eigenständig zur Schule zu laufen – und das Verkehrschaos mit diversen Elterntaxis vor den Schulen bleibt auch aus.

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) rufen deshalb zum Schulbeginn  für mehr Eigenständigkeit der Abc-Schützen auf. Die Kinder sollen den Schulweg möglichst zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen. Laut VCD lernen die Kinder dadurch wie man sicher durch den Straßenverkehr kommt. Ebenso würden die körperliche und geistige Entwicklung und die Konzentrationsfähigkeit gefördert. „Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr“, erläutert Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerks. Sie ergänzt: „Sie lernen, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen.“ Kinder, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden, können hingegen oft Entfernungen schlecht einschätzen. Sie fänden sich weniger gut in ihrer Umgebung zurecht.

Drei Tipps für Eltern

Damit die Abc-Schützen sicher zur Schule kommen, haben das Kinderhilfswerk und der VCD drei Tipps für Eltern:

1. Eltern sollten mit ihren Kindern gemeinsam einen sicheren Schulweg festlegen und üben. So lernen die Schützlinge, wie sie sich im Straßenverkehr zu verhalten haben. Dabei gilt: Der kürzeste Weg ist nicht unbedingt der beste. Viel befahrene Kreuzungen und Straßen sollten umgangen werden.

2. Für den Weg zur Schule sollten Laufgemeinschaften organisiert werden. Kinder aus der Nachbarschaft können sich an verschiedenen Treffpunkten zusammenfinden und gemeinsam zur Schule gehen. Sie lernen so, aufeinander aufzupassen.

3. Ist der Schulweg zu lang und ein Schulbus nicht vorhanden, müssen die Kinder zwangsläufig mit dem Auto gebracht werden. Dabei sollten allerdings Fahrgemeinschaften gebildet werden. Zudem ist es ratsam, die Kinder nicht direkt vor der Schule abzusetzen. Die letzten 300 bis 500 Meter können Kinder auch zu Fuß zurücklegen – sofern möglich. Dazu VCD-Projektleiterin Stephanie Päßler: „Eltern, die auf das Elterntaxi verzichten und ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen lassen oder Fahrgemeinschaften bilden, tragen zum Schutz des Klimas und zur besseren Luft in den Städten bei.“ Außerdem sinke das Unfallrisiko vor den Schulen. Deshalb rufen der VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk von Montag, 17.September, bis Freitag, 28.September, zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ unter dem Motto „Elterntaxi stehenlassen!“ auf. Im vergangenen Jahr hatten etwa 90.000 Kinder aus mehr als 4400 Schulklassen in ganz Deutschland mitgemacht. Weitere Informationen hierzu finden sich im Internet. 

Auch die Polizei ruft zu mehr Rücksicht und Vorsicht im Straßenverkehr auf. Stete Aufmerksamkeit und moderate Geschwindigkeit bei Autofahrern seien eine Lebensversicherung für Kinder – gerade vor Schulen und Kindergärten. Weitere Infos gibt es online.

Die DAK-Gesundheit im Kreis Pinneberg schaltet am Donnerstag von 8 bis 20 Uhr eine Expertenhotline für Eltern schulpflichtiger Kinder. Das Serviceangebot unter Telefon (0800) 1111841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen. Eltern können sich hierbei Fragen rund um einen gesunden Schulalltag beantworten lassen – beispielsweise bezüglich des passenden Schulranzens oder des idealen Pausenbrots. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dak.de/ranzen
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