Kommunalwahl 2018 : So hat der Kreis Pinneberg gewählt

Wahlsieger und damit stärkste Fraktion: Die CDU-Politiker in Elmshorn hatten Sonntagabend allen Grund zum Feiern.

Wahlsieger und damit stärkste Fraktion: Die CDU-Politiker in Elmshorn hatten Sonntagabend allen Grund zum Feiern.

In Emshorn wird die CDU stärkste Kraft, in Schenefeld siegen die Grünen und in Quickborn bekommt die FDP 20,8 Prozent.

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07. Mai 2018, 10:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Obwohl die CDU bei der Wahl zum Pinneberger Kreistag 3,6 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2013 verlor – die Christdemokraten erhielten am Sonntag nur noch 35,5 Prozent der Stimmen –  wurde sie erneut stärkste Fraktion. Und das mit deutlichem Abstand: Die  SPD rutschte von 31 Prozent im Jahr 2013 auf  24,4 Prozent ab. Dicht gefolgt wurde sie dabei vom Bündnis 90/Die Grünen: Die Öko-Partei holte im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl deutlich auf und legte von 15,6 Prozent um  2,7 Prozentpunkte auf 18,3  Prozent zu. Ebenfalls zulegen konnten die Freien Demokraten und die Linken: Die FDP erhielt acht Prozent der Stimmen, 2013 waren es  5,9 Prozent, die Linken kamen auf 4,2 Prozent, bei der Kommunalwahl 2013 waren es nur 2,5 Prozent. Neu im Pinneberger Kreistag ist die Alternative für Deutschland. Die AfD, die erstmals kreisweit antrat, kam aus dem Stand auf sieben Prozent und wird künftig mit vier Sitzen in dem Gremium vertreten sein. 

Die Christdemokraten sind auch landesweit stärkste Kraft geworden – mit ausgebautem Abstand zur SPD, gefolgt von den Grünen und der FDP. „Das ist ein absolut gutes Ergebnis“, sagte CDU-Landeschef Daniel Günther. SPD-Chef Ralf Stegner zeigte sich erwartungsgemäß unzufrieden und verwies auf den negativen Bundestrend für seine Partei. „Wir müssen weiter an unserem Profil arbeiten“, fügte Stegner hinzu. Eins einte Günther und Stegner jedoch: die Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung. „Natürlich sind wir nicht zufrieden“, sagte Günther. Stegner betonte, er habe kein Verständnis für die, die nicht wählen gingen.

Elmshorn

Die CDU erobert Elmshorn zurück. Die Christdemokraten haben die Wahl gewonnen und ziehen als stärkste Fraktion in das neue Stadtverordnetenkollegium ein. Elmshorn erlebte Sonntagabend einen echten Wahlkrimi. Lange sah die SPD wie der Sieger aus, doch die CDU holte Wahlkreis um Wahlkreis auf  und kam am Ende auf  32,6 Prozent der Stimmen (2013: 33,7 Prozent). Die SPD erreichte   31,7 Prozent.  Ein Minus von  8,2Prozentpunkten.  Die CDU  hat 13 Sitze, die SPD zwölf. Die beiden Parteien trennten nur 132 Stimmen.   Drittstärkste  Kraft bleiben die Grünen   mit 18,3 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte). Die FDP konnte deutlich zulegen und erreichte zehn Prozent (plus 4,3 Prozentpunkte). Die Linke – sie trat zum ersten Mal in Elmshorn an –  kam auf 7,3 Prozent. Die  Wahlbeteiligung lag bei  39 Prozent. 

„Das war ein Wechselbad der  Gefühle“, sagte der überglückliche CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt. „Ein bittersüßer Abend“, urteilt derweil Beate Raudies, die Anfang des Jahres zur  SPD-Ortsvorsitzende gewählt wurde. „Das ist für mich ein bitterer Start.“

Pinneberg

Was für ein dramatischer Wahlabend in Pinneberg: Die DU siegt und verliert  zugleich. Die Christdemokraten bleiben zwar mit 33,5 Prozent stärkste Kraft im Rat. Aber  CDU-Fraktionsvorsitzender Florian Kirsch konnte sich in seinem Wahlkreis gegen seine Herausforderin Ulrike Graefen von den Grünen & Unabhängigen nicht durchsetzen. Somit kann Kirsch auch über den Listenplatz nicht in den Rat nachrücken. Die Grünen gehören auch zu den Gewinnern des gestrigen Wahlabends: 24, 4 der Pinneberger stimmten für sie.  Die FDP legten mit 8,2 Prozent und die Bürgernahen mit 9,5 Prozentpunkten zu. Nur die Pinneberger SPD musste Federn lassen – sie kamen auf 24,4 Prozent der Stimmen. 2013 waren es noch 30,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag in Pinneberg mit 40,8 Prozent höher als vor fünf Jahren.

Schenefeld

Die Grünen haben die Kommunalwahl  in Schenefeld haushoch gewonnen. Mit 28,3 Prozent sind sie erstmals stärkste Fraktion. 6,1 Prozent mehr Stimmen als bei der vergangenen Wahl konnten die Grünen-Politiker um Fraktionschef Mathias Schmitz für sich einnehmen. Alle anderen Parteien haben Einbußen zu verzeichnen. Am meisten musste die SPD bluten. Sie erreichte 27Prozent (-2,7 Prozent). Die CDU bekam 26,4 Prozent, sie verlor 0,7 Prozent der Stimmen. Bei der FDP waren es 4,4 Prozent  (-0,5 Prozent), bei der Offensive für Schenefeld (OfS) acht  Prozent (-1,7 Prozent). Die BfB musste am wenigsten Federn lassen: Sie verlor 0,5Prozent und erreichte 5,8 Prozent der Stimmen. Durch sieben Direktmandate werden die Karten für die Ratsversammlung aber neu gemischt. Da Fraktionsvorsitzender Schmitz seinen Wahlkreis nicht geholt hat, muss er nun um seinen Platz zittern. Weil Petra Löffler (CDU) und Michael Schulz (Grüne) exakt gleichviele Stimmen geholt haben, wird nun das Los entscheiden. Gewinnen die Grünen, wäre Schmitz nicht mehr als Ratsmitglied vertreten.

Barmstedt

Die CDU  hat erneut die Kommunalwahl in Barmstedt gewonnen. Die Christdemokraten erhielten 24,6 Prozent der Stimmen. Die meisten Wahlbezirke gewann jedoch die Freie Wählergemeinschaft Barmstedt (FWB). Sie wird voraussichtlich vier Direktkandidaten in die neue Stadtvertretung entsenden. Die höchsten Stimmgewinne verzeichnete die Barmstedter Linke Liste (BALL): Sie erzielte ein Plus von 3,76 Prozentpunkten. Bemerkenswert: Insgesamt erhielten vier Gruppierungen (CDU, FWB, SPD und BALL) jeweils mehr als 20 Prozent der abgegebenen Stimmen.

In den Amtsbezirken Rantzau und Hörnerkirchen gab es kaum Überraschungen: In Bokholt-Hanredder wird voraussichtlich erneut die CDU den Bürgermeister-Posten besetzen. In Langeln setzte sich die Bürgerliche Wählergemeinschaft gegen die CDU durch, die ihren Stimmenanteil allerdings von 39,54 auf 46,16 Prozent steigern konnte. Im Amt Hörnerkirchen wird es voraussichtlich keine Veränderungen auf den Bürgermeister-Posten geben.

Quickborn

In Quickborn wurde die CDU abgestraft. Zwar bleiben die Konservativen stärkste Kraft, allerdings mussten sie herbe Stimmenverluste von knapp zehn Prozent verkraften. Die Partei kommt auf 37 Prozent. Klare Wahlsiegerin ist die FDP, die ihr bislang bestes Ergebnis einfuhr. Das Endergebnis von 20,8 Prozent sorgte bei den Liberalen für  Riesen-Jubel  und euphorische Stimmung.  Damit legte die Partei in der Wählergunst um knapp zwölf Prozentpunkte zu.
Auch die Grünen können  ihr Ergebnis von 2013 steigern und kommen am Ende auf 18,8 Prozent. Die SPD muss ebenfalls Federn lassen und bleibt gut drei Prozent unter dem Ergebnis von vor fünf  Jahren. 

Wedel

Verluste für die beiden großen Parteien CDU und SPD, Gewinne für Grüne, FDP, Linke und die Wählergemeinschaft WSI in  Wedel. Während die Christdemokraten den Rückgang um  5,5 Prozentpunkte  mit dem Sieg als stärkste Kraft bei 27,6 Prozent gut verschmerzen konnten, musste die SPD einen Stimmenverlust von 12,1 Prozentpunkten hinnehmen. Dennoch kommt sie  von  Position drei auf zwei im von 31 auf 38 Sitze angewachsenen Rat.

Wedels Sozialdemokraten bekamen offenkundig noch die Nachwehen der Abspaltung der Wedeler Sozialen Initiative  WSI kurz nach der Wahl 2013 zu spüren. Die Wählergemeinschaft, die aus langjährigen Genossen hervorgegangen war, holte direkt 9,4 Prozent. Freude auch bei den Liberalen, die mit 3,6  Prozentpunkten den größten Zuwachs verbuchen konnten. Auch die Grünen legten nochmals drauf: von 17,1 auf 19,7 Prozent, Platz drei. Die Linke wird trotz eines Zuwachses von zwei Prozentpunkten auf 8,9 Prozent kleinste Ratsfraktion.

Uetersen und Tornesch

Die CDU ist klarer Gewinner der Gemeindewahlen in Uetersen und Tornesch. In beiden Städten setzten sich die Christdemokraten deutlich gegen ihre Mitbewerber durch. Während die CDU in der Rosenstadt 32,5 Prozent der Stimmen erhielt, waren es in der Nachbarstadt sogar 41,9 Prozent. Deutliche Verluste musste hingegen die SPD hinnehmen, in Tornesch halbierte sie ihr Ergebnis nahezu. Über deutliche Stimmenzuwächse konnten sich die Grünen freuen. Derweil müssen die Tornescher in Sachen Bürgermeisterwahl nachsitzen. Im ersten Wahlgang erreichte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit. Am 27. Mai kommt es deswegen zu einer Stichwahl.

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