zur Navigation springen

Kreis Pinneberg : So funktioniert die Flüchtlingshilfe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreisverband der Grünen sucht während seiner Mitgliederversammlung nach guten Beispielen aus den Kommunen.

Kreis Pinneberg | Die Mitglieder des Kreisverbands der Grünen haben sich während ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in Wedel mit dem Thema „Flüchtlingshilfe“ beschäftigt. Etliche Grüne berichteten von positiven Beispielen aus ihren Kommunen. Einhelliger Tenor: Das ehrenamtliche Engagement der Bürger ist groß.

Karin Holzapfel etwa, Sprecherin der Grünen in Wedel, zeigte sich von der großen Zahl an Freiwilligen, die sich um Flüchtlinge kümmern, überrascht. „Es gab auf Initiative der Caritas in Wedel eine Veranstaltung zum Thema ,Flüchtlinge’. 150 Leute waren da. Der Raum platzte aus allen Nähten“, sagte Holzapfel. Ergebnis der Versammlung: Die Wedeler gründeten zahlreiche Projektgruppen. „Es gibt eine Begrüßungsgruppe. Diese kümmert sich um Antworten auf die wichtigsten Fragen, etwa wann die Tafel geöffnet hat“, sagte Holzapfel. Eine andere Gruppe kümmere sich um eine Grundausstattung von Möbeln, eine weitere um Sprachförderung.

Außerdem haben die Wedeler an der Höbuschentwiete ein Willkommenscafé gegeründet. Es dient als Treffpunkt. Doch das Café soll keine Betreuungseinrichtung sein. „Die Flüchtlinge sollen sich auch untereinander vernetzen. Sie können sich etwa Tipps von Landsleuten holen, die schon seit Längerem hier sind“, sagte Holzapfel.

Ähnliche Gruppen wie in Wedel gebe es auch in Halstenbek, wie Ines Strehlau, Landtagsabgeordnete der Grünen sagte. Sie warb dafür, Hauptamtliche für die Koordinierung der Ehrenamtlichen zu beschäftigen. Diese Hauptamtlichen, etwa Angestellte der Kommunen, könnten die Ehrenamtlichen koordinieren und so die Arbeit der Freiwilligen fördern. Zum Verteilungsstreit zwischen dem Diakonieverein Migration und den Kommunen sagte Strehlau: „Wir brauchen die Diakonie. Aber für einige Aufgaben ist sie zu weit weg.“

Probleme gibt es in manchen Städten und Gemeinden mit der Grundausstattung, etwa mit Möbeln, Bettwäsche und Geschirr. Diese Dinge müssten teils mühsam über Rund-E-Mails von Spendern eingesammelt werden, wie einige der Politiker aus ihren Orten berichteten. In Uetersen scheint das besser zu laufen: „Bei uns gibt es eine ordentliche Ausstattung mit Möbeln und Fernseher. Das ist Neuware aus Möbelhäusern oder Elektronikdiscountern“, sagte der Uetersener Ratsherr Thorsten Berndt.

Rund 20.000 Flüchtlinge werden nach Schätzungen
in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein kommen

Die Grünenmitglieder begrüßten die von Landrat Oliver Stolz angestoßene Vereinbarung zwischen Kommunen, Flüchtlinge in der eigenen Gemeinde unterzubringen, statt sie in Nachbarorten einzuquartieren.

Die Landesregierung erwarte, dass in diesem Jahr 20.000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kommen. Das sagte Eka von Kalben, Landtagsabgeordnete und flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen. Trotz der Nöte in den Gemeinden dürfe aber nicht vergessen werden, dass Länder wie der Libanon, Jordanien und Pakistan deutlich mehr Menschen aufnähmen. Laut dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen liegt der Libanon (5,8 Millionen Einwohner) mit etwa 1,1 Millionen Flüchtlingen auf Platz zwei hinter Pakistan (1,6 Millionen Flüchtlinge, 196 Millionen Einwohner).

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert