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Kunstwerke übergeben : Sivers-Sammlung in Pinneberg wächst weiter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Stadtmuseum erhält Lithografien und Zeitschriften der Pinneberger Künstlerin. Mittelfristig ist eine Ausstellung geplant.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 16:30 Uhr

Pinneberg | Das Pinneberg Museum an der Dingstätte 25 ist um mehrere Kunstwerke reicher. Gestern übergab Marco Klose, Leiter der Pinneberger Niederlassung des Optikers Fielmann, zahlreiche farbige Lithografien sowie kunsthistorisch wertvolle Zeitschriften der in Pinneberg geborenen Künstlerin Clara von Sivers (1854 - 1924) an Museumsleiterin Ina Duggen-Below. Bereits vor einem Jahr hatte das Unternehmen, das die Einrichtung seit mittlerweile 13 Jahren unterstützt, dem Museum ein Stillleben derselben Künstlerin geschenkt, das Stockrosen und Mohn in einem Weidenkorb zeigt.

Das besondere Interesse Duggen-Belows für von Sivers hat indes nicht alleine etwas mit deren Herkunft zu tun. „Das war eine außergewöhnliche und künstlerisch ungemein vielseitige Frau“, sagt die Museumsleiterin. Die Tochter eines Bauinspektors entdeckte früh ihre Liebe zur Kunst, erhielt entsprechenden Unterricht und studierte später Malerei in Kopenhagen, Lyon, Paris, Stuttgart und Dresden. In Dänemark war sie Schülerin des Stilllebenmalers O.D. Ottesen, dessen naturwissenschaftlich inspiriertes Interesse der Biedermeier-Kunst sie ins 20. Jahrhundert hinüberführte. Zudem widmete sie sich unter anderem der Porzellanmalereien, arbeitete künstlerisch mit Holz, Metall und Leder und nicht zuletzt mit Textilien. „Es gibt im Grunde keine Technik des Kunsthandwerks, mit der sie sich nicht irgendwann befasst hat“, sagt Duggen-Below. Von 1900 bis 1914 gab sie die Zeitschrift „Kunsthandwerk fürs Haus“ heraus, von denen das Museum nun zahlreiche Ausgaben aus den Jahren 1907 bis 1913 besitzt. „Das war so eine Art Vorläufer von ,Schöner Wohnen’“, sagt Duggen-Below. Zielgruppe der Zeitschrift sei die bürgerliche Gesellschaft gewesen – in einer Zeit, in der es allmählich Mode geworden sei, Alltagsobjekte von der Kleidung bis zur Wohnzimmertapete selbst herzustellen.

Mit dem Kauf der Lithografien und der Zeitschriften ist die Summe der aktuellen Fielmann-Schenkung, deren Höhe Duggen-Below auf einen „hohen vierstelligen Betrag“ beziffert, noch nicht vollständig ausgeschöpft. „Wir haben noch etwas Luft“,, sagt die Direktorin. Sie strecke die Fühler nach weiteren Werken von Sivers aus – mittelfristig soll eine größere Sammlung entstehen. Erst dann ist geplant, die Exponate, die vorerst ins Depot wandern, auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Einen konkreten Termin für eine Ausstellung gibt es bislang noch nicht.

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