Pinneberg : Sitzbänke werden abgebaut

Die Stadtverwaltung will einige Bänke aus dem Stadtbild entfernen. Der Pinneberger Hans-Günter Alm findet die Idee nicht gut.
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Die Stadtverwaltung will einige Bänke aus dem Stadtbild entfernen. Der Pinneberger Hans-Günter Alm findet die Idee nicht gut.

Die Stadtverwaltung will dadurch 600 Euro im Jahr sparen. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats fühlt sich übergangen und übt Kritik.

shz.de von
17. Juni 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Kleinvieh macht auch Mist: Nach diesem Prinzip scheint die Stadtverwaltung in Pinneberg vorzugehen. Denn für Einsparungen in Höhe von 600 Euro im Jahr will sie jetzt auf zehn Sitzbänke im Stadtgebiet verzichten. Dem Seniorenbeirat gefällt das gar nicht.

Begründet wird die Maßnahme mit der notwendigen Konsolodierung des Haushalts. Pinneberg ist bekanntlich pleite und verschuldet. Nun sollen die Bänke dran glauben. Bauamtschef Klaus Stieghorst bestätigt die Informationen unserer Zeitung, wiegelt aber gleichzeitig ab. Es seien bisher lediglich zwei marode Bänke nicht wieder ersetzt worden. Zwei weitere seien nach Beschwerden von Bürgern wieder aufgestellt worden. Acht sollen noch entfernt werden. Allerdings nur solche, „die nicht genutzt werden“.

Woher das Bauamt diese Informationenen bekommen will, bleibt rätselhaft. Dass dies schwierig zu beurteilen ist, gibt auch Stieghorst zu. Deshalb wolle sich die Stadt auch nach den Bürgern richten. Zumindest habe man vor, deren Belange zu „berücksichtigen“. Heißt: Erstmal werden einige kaputte Bänke nicht ersetzt – zumindest so lange, bis sich mehrere Bürger beschweren. Den Seniorenbeirat hat die Sparmaßnahme der Kommune völlig überrascht. Claus Dieter Westphal, Vorsitzender des Gremiums, ist dementsprechend sauer. „Ich bin enttäuscht und verärgt“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Stadt habe eine Informationspflicht, der sie in diesem Fall nicht nachgekommen sei. „Der Seniorenbeirat hätte an der Entscheidung beteiligt werden müssen“, stellt er klar. Schließlich betreffe die Einsparung eindeutig Senioren. Die Verwaltung habe sich wohl gedacht, bei den „Peanuts“ sei das nicht notwendig, mutmaßt Westphal.

Sitzbänke abzubauen, hält er für falsch. „Wir werden schon jetzt angerufen, wenn einzelne Bänke wegen Umbauarbeiten verschwinden. Wenn ältere Menschen keine Ruhemöglichkeiten mehr haben, kommen sie auch nicht mehr in die Stadt, um einzukaufen. Das Geld fehlt den Geschäften dann.“ Der Seniorenbeirat setze sich sogar dafür ein, noch mehr Bänke in der Stadt zu etablieren. Auch Westphal sieht das Problem, dass es schwer zu beurteilen sei, welche Bank überflüssig ist, und welche nicht.

Bauamtschef Stieghorst ist verwundert darüber, dass sich der Vorsitzende des Seniorenbeirats schlecht informiert fühlt. Bereits im Jahr 2012 sei das Vorhaben durch die Gremien gegangen. Die Vorlagen seien damals auch ordnungsgemäß zugestellt worden, erklärt Stieghorst. Zudem sei der Beirat in allen Sitzungen vertreten gewesen. Sie seien somit auch an der Entscheidung der Stadt beteiligt worden.

Bei den Passanten in der Fußgängerzone kommen die Pläne der Stadt nicht gut an. Der Pinneberger Hans-Günter Alm ist gegen die Sparmaßnahme der Kommune. Der 51-Jährige möchte die Ruhestätten im Stadtbild erhalten. „Ich finde das überhaupt nicht gut. Man sollte an anderen Dingen sparen.“

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