„Singing Days“ begeistern Pinneberg

Im Hintergrund konnten alle Gottesdienstteilnehmer die Song-Texte per Teleprompter lesen und mitsingen.
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Im Hintergrund konnten alle Gottesdienstteilnehmer die Song-Texte per Teleprompter lesen und mitsingen.

Besucher hält es nicht auf den Stühlen beim Abschlusskonzert des Gospelworkshop-Chors der Kreisstadt.

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05. Februar 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | Während draußen friedlich, still und leise die weißen Flocken vom Himmel fielen und Pinneberg in einem sanften Weiß bedeckten, ging es in der freien Kirche am Fahlt hoch her. Der 10-Uhr-Gottesdienst erfuhr eine Bereicherung der besonderen Art. 45 Sänger brachten mit neun Gospelstücken ordentlich Schwung ins Haus.

Das Besondere an diesem großen Chor: Bis zum vergangenen Freitagabend kannten sich die Sänger nicht. Was sie verbindet, ist die Lust und Freude am Singen. Deswegen haben sie sich alle für den Gospelworkshop „Singing Days“ angemeldet, der am vergangenen Wochenende in Pinneberg stattgefunden hat – zum ersten Mal. Unter der Leitung von Volker Dymel begannen das Kennenlernen und die Proben am Freitagabend. Am Sonnabend wurde gut acht Stunden lang geübt.   

Nicht nur die Texte der Lieder, sondern auch Rhythmus, Intonation und dazu passende Bewegungen. „Klingt leicht, ist aber wirklich eine Meisterleistung. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir pro Lied keine zwei Stunden Übungszeit hatten“, erläuterte Dymel während des Auftritts. Sein Leitbild ist „Das Beste an der Musik steht nicht in den Noten“. Aus diesem Grund standen die Teilnehmer der „Singing Days“ während ihres Auftritts auch ohne Noten auf der Bühne.

Dymel selbst ist erfahrener Musiker. Seit mehr als 20 Jahren ist er Dozent für Gospelworkshops, zudem hat er mehr als 100 Lieder selbst komponiert. Wie er zum Gospel kam, erläuterte er den Besuchern der Kirche am Fahlt: „Ich habe früh angefangen, mich mit christlicher Popmusik zu beschäftigen. Eines Tages bin ich in die USA gereist und habe dort an einem Gottesdienst in einer Afroamerikanischen Kirche teilgenommen. Um mich herum standen 800 Menschen, die unglaublich fröhlich waren und mitgesungen haben. Das war wirklich überwältigend.“ Danach sei Dymel losgezogen und habe sich Platten gekauft und diese samt der gewonnenen Leidenschaft mit nach Deutschland gebracht. „Ich möchte zeigen, dass man in seinem Glauben fröhlich und lebendig sein kann“, so der gebürtige Pinneberger.

Der Gottesdienst in der Kirche am Fahltskamp versprühte eine immense Freude. Die Besucher hielt es teilweise nicht auf den Stühlen. Wer mitsingen wollte, konnte dies tun. Der Chorleiter hatte vorgesorgt: „Wir haben die Texte mitgebracht und auch übersetzt. Jeder ist eingeladen mitzusingen!“ Über den in der Kirche verbauten Teleprompter sahen die Menschen die Texte, und viele ließen es sich nicht nehmen, selbst mitzusingen.

Die Auswahl der Stücke war goldrichtig. Bei „Lean On Me“ und „This Little Light Of Mine“ blieben auch die Hände nicht ruhig und die Zuschauer klatschten begeistert mit. Einen emotionalen Höhepunkt und Gänsehautmoment setzte Dymel mit einer Interpretation von Adel Tawils „Ist Da Jemand“, in dem er selbst Solist war. Ruby Hagedorn und Viola Westphal sangen ein Duett von „Hosanna In The Highest“.

Es blieb jedoch nicht bei den acht geplanten Stücken. Eine Zugabe wurde lautstark eingefordert. „Na, damit haben wir ja gar nicht gerechnet“, sagte Dymel lachend und stimmte die Sänger auf das nächste Lied ein – eine Premiere. Den Text verfasste Hagedorn, Dymel komponierte die Melodie. „May The Lord“ hieß das Stück, das Hagedorn als Solistin sang. Nach Abschluss dieses endgültig letzten Lieds stand bei den Zuschauern und auch Teilnehmern der „Singing Days“ fest: Dymel muss im nächsten Jahr wiederkommen.

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