Kommunaler Servicebetrieb Pinneberg : Silkata Sahin-Adu ist die neue Chefin

Chefin des Kommunalen Servicebetriebs der Stadt Pinneberg: Silkata Sahin-Adu folgte im Juni dem in den Ruhestand gewechselten Jan Gawryluk.
Chefin des Kommunalen Servicebetriebs der Stadt Pinneberg: Silkata Sahin-Adu folgte im Juni dem in den Ruhestand gewechselten Jan Gawryluk.

Zu Sahin-Adu Verantwortungsbereich gehört auch der Bauhof. Angesichts maroder Schulen und vieler Baustellen eine große Herausforderung.

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30. Juli 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Sie ist 42 Jahre alt. Eine gebürtige Dortmunderin, die es in den Norden verschlagen hat. In der Stadt Pinneberg bekleidet Silkata Sahin-Adu seit Juni einen der wichtigsten Jobs. Sie ist Chefin des Kommunalen Servicebetriebs der Stadt (KSP), zu dem der Bauhof gehört. Angesichts maroder Schulen und vieler Baustellen eine große Herausforderung, daraus macht die zweifache Mutter kein Geheimnis. Eine, der sie sich gern stellt. Ihr Credo spricht eine deutliche Sprache: „Nichts wird besser, nur weil man es schönredet.“

Mit Sahin-Adu führt eine waschechte Architektin den Servicebetrieb der Stadt. Eine Frau, die im Ruhrpott zunächst als Notargehilfin gearbeitet und ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erworben hat. Nach dem Architektur-Studium in ihrer Heimatstadt Dortmund war sie nach Hamburg gezogen. „Im Westen lag die Baubranche am Boden“, erinnert sie sich. Süddeutschland kam für sie als Wohnort nicht in Frage: „Mit dem Dialekt dort kann ich überhaupt nichts anfangen.“

Einer Episode als freier Architektin folgte 2009 das Engagement bei der Stadt Pinneberg. Den Arbeitsplatz in der Bauverwaltung räumte Sahin-Adu dann Anfang 2013 – als sie als technische Leiterin zum KSP wechselte. Beim Servicebetrieb gelang es ihr schnell, sich einen Namen zu machen. Vor allem, weil sie Versäumnisse der Vergangenheit gnadenlos ansprach. Erinnert sei nur an den mutmaßlichen Baupfusch am Theodor-Heuss-Gymnasium, der jetzt von externen Gutachtern aufgearbeitet werden soll.

Als Chefin des KSP ist es jetzt Aufgabe der 42-Jährigen, städtische Gebäude wieder in Schuss zu bringen. Und den ehrgeizigen Schulsanierungsplan, der Investitionen von mehr als 30 Millionen Euro vorsieht, sauber abzuarbeiten. Vor anderthalb Jahren hatte die Politik entschieden, das Gebäudemanagement aus der Stadtverwaltung auszugliedern – seitdem ist der städtische Eigenbetrieb KSP für Schulen und Sporthallen zuständig. „Wir sehen uns gegenüber der Stadt als Dienstleister“, sagt Sahin Adu. „Wir wollen den Servicegedanken weiter vorantreiben, ich hoffe, dass die Bedingungen in Pinneberg das zulassen.“ Zudem ersehnt die Chefin, dass ihr früherer Posten der technischen Betriebsleitung zeitnah wieder besetzt wird. Momentan schultert sie diese Aufgabe mit. „Das funktioniert so nicht.“ Die Stelle ist ausgeschrieben.

180 Mitarbeiter führt die Frau aus dem Revier. Die meisten davon sind Männer. Für Sahin-Adu ist das kein Problem: „Eine tolle Mannschaft, ich bin prima angenommen worden.“ Ihren Führungsstil beschreibt sie als sachorientiert und freundlich. „Aber ich kann auch mal zurücksemmeln“, sagt sie – und lacht.

Silkata Sahin-Adu, deren Vater aus Ghana stammt, hat mit Niklas (23) und Najet (16) zwei Kinder. Sie lebt in Hamburg. Vom stressigen Job erholt sie sich bei der Gartenarbeit. Urlaub macht sie gern an der See. Und wie hält es eine Frau aus Dortmund, einer Stadt, in der das runde Leder geradezu religiösen Status hat, mit der Borussia? Antwort: Gar nicht. „Ich bin kein Fußballfan“, sagt die 42-Jährige.

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