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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 23:02 Uhr

Pinneberg : Sie weisen Wege aus der Not

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stalking, häusliche Gewalt, Scheidung: Die Frauenberatung Pinneberg bietet Hilfe an. Das Thema Zeitmanagement ist neu im Herbstprogramm.

Pinneberg | Ruth Stiasny-Seligmann und Regine Heyenn kommen oft zum Einsatz, wenn es zu spät ist. Wenn die Wunden da sind – seelisch und körperlich. Sie greifen dann zum Telefon, horchen nach, sagen, dass sie da sind, helfen bei den weiteren Schritten. Wann immer eine Frau im südlichen Kreis Pinneberg häusliche oder sexuelle Gewalt erfährt, und die Polizei ruft, erfahren das die beiden Frauen. Die Frauenberatung Pinneberg ist eine anerkannte Beratungsstelle – und Teil einer organisierten Interventionskette. Denn: „Der Einsatz nur einer Stelle reicht nicht“, sagt Stiasny-Seligmann. 78 Mal haben die Sozialökonomin und Traumaberaterin und ihre Kollegin im vergangenen Jahr nach solchen Fällen Kontakt zu Frauen aufgenommen. 54 haben sich selbst gemeldet. 2014 seien es sogar noch mehr.

Ihre Tätigkeit umfasst aber nicht nur die Unterstützung in solchen Fällen. Frauen suchen die Einrichtung in der Dingstätte 25 in Pinneberg auch auf, wenn es um Trennung oder Scheidung geht, sie in einer Lebenskrise stecken – oder an Erschöpfungszuständen leiden. Deshalb kämen in letzter Zeit häufiger Frauen zur Beratung, berichtet Stiasny-Seligmann. „Wir haben auch mit Stalking zu tun“, fügt sie hinzu. In Veranstaltungen der Frauenberatung, im ersten Halbjahr waren es 13, werden die Thematiken, mit denen die Betreuerinnen zu tun haben, aufgegeriffen. So auch beim aktuellen Herbstprogramm. Das ist mit 19 Veranstaltungen umfangreich. Neben Vorträgen lädt die Einrichtung zu Workshops und Ausstellungsbesuchen ein. Neu ist eine Führung durch Pinneberg am Mittwoch, 15. Oktober, von 15.30 bis 17 Uhr. Gudrun Klapp vom Frauennetzwerk folgt mit den Teilnehmern bei einem historischen Rundgang den Spuren der Frauen in Pinneberg.

Ebenfalls ein neues Thema ist der Umgang mit einem vollen Alltag. Unter dem Titel „Der Tag hat 24 Stunden – Zeitmanagement für mehr Zufriedenheit“ referiert Wiebke Köpcke-Hauser, Dozentin für Zeitmanagement, am Dienstag, 9. September, ab 19 Uhr. Am Sonnabend, 27. September, können Frauen bei dem anschließenden Workshop herausfinden, welcher Zeittyp sie sind und erhalten Tipps, um zurück in eine ausgeglichene Lebensbalance zu finden. Die Teilnahme kostet 50 Euro.

Bis Ende des Jahres präsentiert Bärbel Wieruch, Malerin vom Kunsthaus Schenefeld, einen Querschnitt ihres Schaffens in den Räumen der Frauenberatung. Die Vernissage „Momentaufnahmen“ findet am Donnerstag, 23. Oktober, ab 19 Uhr statt. Weitere Vortragsthemen sind: „Töchter und Mütter“ (16. September), „Seelische Gewalt“ (9. Oktober), „Trennung und Scheidung – Was muss ich wissen?“ (3. November) sowie „Mitten im Leben stehen und nicht ausbrennen“ (22. September). Jeden Mittwoch werden beim Frauencafé von 15 bis 18 Uhr selbstgebackene Kuchen gereicht. Die Doppelkopfrunde trifft sich jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr. Das Programm ist in einem Flyer zusammengefasst und steht auf der Homepage. Anmeldung und weitere Informationen unter 04101-513147 sowie per E-Mail an info@frauennetzwerk-pinneberg.de.

Die Frauenberatung ist ein Glied in einer organisierten Interventionskette im Kreis Pinneberg. Dazu gehören Rechtsanwälte, Rechtsantragsstelle, Jugendamt, Bewährungs- und Gerichtshilfe, Polizei, Staatsanwaltschaft, Weißer Ring, Frauenhäuser, Rettungssanitäter und Rechtsmedizin. 
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erstellt am 30.Aug.2014 | 14:00 Uhr

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