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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 04:48 Uhr

Sie sind Vorbilder für viele andere

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

31 Männer und Frauen erhalten Deutsch-Zertifikat / „Das ist eine ungeheure Leistung“, sagt die Pinneberger Gleichstellungsbeauftragte

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Sich in einem fremden Land zurecht zu finden, kann für viele eine echte Herausforderung sein. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Beherrschung der Sprache, die beim Einkauf im Supermarkt oder im Berufsleben weiterhilft. Um den Menschen im Kreis Pinneberg bei der Bewältigung dieser Aufgaben zu helfen, bietet der Diakonieverein Migration Integrationskurse in Elmshorn und Pinneberg an. Hierbei erwerben die Teilnehmer die offiziell anerkannten Sprachzertifikate A2 und B1.

„Sie lernen dabei nicht nur die Sprache, wir geben ihnen auch Perspektiven und Möglichkeiten mit auf den Weg“, berichtet die pädagogische Leiterin der Integrationskurse, Karen Fischer. Im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bietet der Diakonieverein Migration verschiedene Sprachkurse an (siehe Infokasten).

An der jüngsten Schulung nahmen 53 Männer und Frauen teil, von denen 31 das Zertifikat im Gemeindesaal der Christuskirchengemeinde in Pinneberg erhielten. Diese kommen aus Afghanistan, Albanien, Honduras, Iran, Irak, Kambodscha, Libanon, Mazedonien, Nigeria, Polen, Russland, Syrien, Turkmenistan, Ukraine und Jemen.

Für die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Pinneberg, Deborah Azzab-Robinson, ein Erfolg: „Das ist eine ungeheure Leistung. Ich stelle mir vor, Arabisch zu lernen und damit dann durch den Alltag zu kommen.“ Zu den Gratulanten gehörte auch Uwe Pein, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Tischlerinnung im Kreis Pinneberg. „Ich hatte erst Vorurteile, aber nun bin ich stolz hier zu sein. Ich sehe, wie viel Mühe sie sich geben, sich zu integrieren“, sagte Pein. Im Gemeindesaal war auch der SPD-Bundestagsabgeordnete des Kreises Pinneberg, Ernst Dieter Rossmann anwesend. Die Teilnehmer des Jugendkursus’ hatten ihn im vergangenen Jahr in Berlin besucht, um den dortigen Politikbetrieb erklärt zu bekommen. „Das ist heute ein Festtag für Sie, aber auch für uns alle zusammen“, sagte er vor den 31 Absolventen.

Eine von ihnen ist die Rumnänin Gabriela Peter aus Tornesch. Die 25-Jährige lebt seit dreieinhalb Jahren in Deutschland. „In Rumnänien habe ich mein Abitur gemacht und hatte auch Deutschkurse“, berichtet sie. Doch erst das Sprachangebot des Diakonievereins habe der Mutter eines Kindes geholfen, die Sprache richtig zu erlernen. In Deutschland hatte die Rumänin allerdings mit der Bürokratie zu kämpfen.

Mit dem Zeugnis im Rücken möchte sich die Tornescherin nun als Köchin in einem Restaurant bewerben. Und demnächst beginnt Peter zudem mit der Vorbereitung für den Autoführerschein.


>www.diakonieverein-migration.de

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