Pinneberg : Sie prüfen, worüber Autos fahren

Asphalt, Beton, Sand: Auch das Prüflabor ist 50 Jahre alt. Es hat ausgedient, meinen die Unternehmensleiter Manfred Hase (v. l., Geschäftsführer), Hartmut Koch (Prokurist) und André Brand, deswegen wird jetzt in ein neues Labor investiert.
Asphalt, Beton, Sand: Auch das Prüflabor ist 50 Jahre alt. Es hat ausgedient, meinen die Unternehmensleiter Manfred Hase (v. l., Geschäftsführer), Hartmut Koch (Prokurist) und André Brand, deswegen wird jetzt in ein neues Labor investiert.

Seit 50 Jahren hat die Ingenieur- und Prüfgesellschaft Hanse-Nord-Labor ihren Hauptsitz in Pinneberg.

shz.de von
17. Juni 2014, 12:00 Uhr

Pinneberg | Nah an Hamburg, aber preislich sehr viel günstigere Konditionen, um ein Unternehmen aufzubauen: Pinnebergs Standortvorteile gaben auch schon vor 50 Jahren für das Hanse-Nord-Labor den Ausschlag, sich im Gewerbegebiet Flensburger Straße niederzulassen. Darüber hinaus versprach das Flächenland Schleswig-Holstein mehr Aufträge: Hanse-Nord-Labor ist eine Ingenieur- und Prüfgesellschaft, die „überall dort prüft, wo Autos fahren können. Wir sind quasi ein öffentlicher Tüv fürs Bauen“, fasst Geschäftsführer Manfred Hase die Hauptaufgabe des Unternehmens knapp zusammen.

Straßen, Brücken, Tunnel, Beton, Boden, Asphalt – sechs Worte machen die Welt des Unternehmens aus, das seit gut einem Jahr eine Zweigniederlassung in Wuppertal und eine direkt am Frankfurter Flughafen hat. Erstere, um in Nordrhein-Westfalen Fuß zu fassen. Letztere, weil Hanse-Nord-Labor hier alleiniger Berater für die gesamten Flugbetriebsflächen des Airports ist. Ob, wie aktuell, Qualitätssicherung für den Elbtunnel, für den Beton der Störbrücke, für den Autobahnabschnitt auf der A23 Richtung Schenefeld oder ob Überprüfung von Fahrbahnmarkierungen in München – die Aufträge erstrecken sich mittlerweile über ganz Deutschland. „Wir expandieren und sind damit sehr zufrieden“, sagt Hartmut Koch, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist.

41 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen am Standort Pinneberg, zehn Kräfte in den Zweigstellen, Tendenz steigend. Etwa vier Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz. Sechs Lehrlinge werden zurzeit zum „Baustoffprüfer“ ausgebildet. Bereits zweimal wurde einer der Ihren zum Besten in ganz Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Natürlich ging’s in 50 Jahren auf und ab, erklären die Geschäftsleiter. Koch: „Wir sind indirekt an die Baukonjunktur gekoppelt.“ Doch der Stellenwert der Infrastruktur steige, die öffentliche Hand gehe den allgemeinen Reparaturstau an, die Aussichten seien also positiv.

Aber auch, weil das Unternehmen sich zusätzlich zur Baustoffprüfung noch weitere Felder erschlossen hat, steht es gut da. Hansa-Nord-Labor bietet als weiteres Standbein reine Ingenieursberatungsleistungen für öffentliche und private Auftraggeber an. Nutzungsanalysen, um die Restnutzungsdauer zu bestimmen, Schadensanalysen, um Sanierungskonzepte zu erstellen. Geschäftsführer Hase ist zudem als Gerichtssachverständiger vereidigt.

Und geforscht wird in der Flensburger Straße auch noch. Beispielsweise fürs Bundesverkehrs- und fürs Bundeswirtschaftsministerium. Es gilt, Prüfverfahren weiterzuentwickeln und das Projekt „leise Straßen“ voranzutreiben. Mit ihrer innovativen Erfindung, dem Blitzasphalt, der so schnell auskühlt, dass er nach zwei Stunden bereits befahrbar ist, sei es allerdings eine mühsame Sache, so die Fachleute. Stichwort Bürokratie: Nach nun zehn Jahren positiver Erfahrung bestehen jetzt endlich gute Chancen, dass er ins Regelwerk aufgenommen wird.

Am 1. Mai 1964 wurde die Ingenieur- und Prüfgesellschaft Hansa-Nord-Labor in Pinnebergs Gewerbegebiet Flensburger Straße gegründet. Zum 50-jährigen Bestehen kommt heute die Industrie- und Handelskammer vorbei und überreicht im Rahmen einer kleinen Feier eine Urkunde. www.hansa-nord-labor.de
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