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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:41 Uhr

THW Pinneberg : Sie machen die Welt sicherer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Experten aus der Kreisstadt sind in Jordanien und Serbien unterwegs, helfen aber auch vor der Haustür.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Sie sind bereit. Jederzeit. Die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Pinneberg leisten Hilfe, wenn wirklich Not am Mann ist. Im Gespräch mit unserer Zeitung lässt der Ortsbeauftragte Claus Böttcher die vergangenen Monate Revue passieren. Vor allem die Qualität der Einsätze sei außergewöhnlich gewesen, sagt er. Immer wieder würden Experten aus Pinneberg ins Ausland gerufen. Böttcher selbst war im Mai nach Serbien entsandt worden, hatte dort in Regie der Europäischen Kommission nach einer Flutkatastrophe an der Schnittstelle zwischen Helfern und Regierung gearbeitet.

Sechs Auslandsexperten zählen aktuell zum Pinneberger Team. Einer von ihnen ist Oliver Hallas. Er kann mittlerweile auf elf Auslandseinsätze zurückblicken. Der Trinkwasserfachmann hat Schreckensszenarien hautnah erlebt. 2010 die Folgen des verheerenden Erdbebens in Haiti. 2004 die Katastrophe im indonesischen Banda Aceh, dem Ort des Tsunami, der Tausende das Leben kostete und die Infrastruktur fast vollständig zerstörte.

Den Beginn des Jahres 2014 erlebte Hallas auf den Philippinen, die vom Taifun „Yolanda“ verwüstet worden waren. „Unsere Aufgabe war es, die Wasserversorgung vor Ort sicherzustellen“, so Hallas. Er sei vor allem für chemische Analysen zuständig. „Dienste von 18 Stunden Länge sind in solchen Situationen keine Seltenheit“, sagt der Mann, der an der Uni Zoologie unterrichtet. „Sauberes Wasser ist die wichtigste Ressource, die wir haben.“ Gerade einmal drei Tage könne ein Mensch überleben, ohne zu trinken. „Das vergessen wir oft.“

Auch Stephan Dieter Klamp hat im Auftrag des Bundes  mehrere Wochen fernab seiner Heimat gewirkt. Anfang Dezember hatte er den Flieger nach Jordanien bestiegen, um 100 Kilometer vor der syrischen Grenze den Bau eines Flüchtlingscamps zu überwachen. Wenn Klamp erzählt, wird klar, was die Helfer motiviert: „Ich habe große Herzlichkeit erlebt, mich nicht als Ausländer gefühlt.“ Der Pinneberger trägt ein blaues Freundschaftsshirt, das die Flaggen Jordaniens und Deutschlands zeigt.

Auslandsmissionen in Krisengebieten. Kooperationen mit Unicef, den vereinten Nationen  und der Europäischen Kommission. Das sind schlagzeilenträchtige Einsätze. Mitnichten jedoch erschöpft sich das Engagement der THW-Mitglieder darin. Sie helfen auch vor der Haustür. Wie kürzlich geschehen, als es galt, einen Greifvogel aus einer Funkantenne zu retten. Oder bei dem Vorhaben, die Fassade eines Hochhauses an der Rethwiese zu sichern – ein Sturm hatte zuvor schwere Schäden angerichtet.

Als in Itzehoe im März ein Wohnhaus explodierte, waren die Pinneberger vor Ort. Ebenso beim Brand in einem Schenefelder Altenheim. Auch während großer Veranstaltungen wie der Kieler Woche und dem Motorradgottesdienst in Hamburg sorgen „die Blauen“ für Sicherheit.         

161 Mitglieder zählt der Ortsverband des THW in Pinneberg. 75 von ihnen sind Helfer mit Einsatzbefähigung, drei haben die Ausbildung zum Höhenretter absolviert. 34 Nachwuchskräfte sind in der Jugendabteilung organisiert. Sie profitieren von Brandschutzerziehung, können regelmäßig Leistungsabzeichen erwerben. Ein Förderverein mit 236 Mitgliedern unterstützt die Arbeit des Ortsverbands. Sogar der Hamburger SV ist mit von der Partie. „Denen haben wir mal vor einem Bundesligaspiel das Dach vom Schnee befreit“, so Böttcher.

Pinnebergs THW hat einen eigenen Fuhrpark, zu dem sogar ein umgebauter Raketenwerfer der Bundeswehr gehört.   Engagieren kann sich beim THW jeder. „Wir erwarten von unseren Mitgliedern, dass sie sich etwa 120 Stunden pro Jahr einbringen“, sagt Böttcher. Von großer Fluktuation kann er nicht berichten. „Unsere Leute bleiben im Schnitt zehn Jahre dabei.“

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