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Die Krankheit mit Tausend Gesichtern : Sie hilft MS-Kranken in Schenefeld

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Folgen von MS können Gleichgewichts-, Sehstörungen, spastische Versteifungen und Lähmungen, Störungen des Tastsinns, Sprach-, Blasen- und Darmstörungen sowie schnelle Ermüdbarkeit sein.

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erstellt am 05.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Schenefeld | Multiple Sklerose (MS) wird auch als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet, weil sie sich bei jedem Betroffenen anders zeigt. Sie führt zu Entzündungen des Nervengewebes. Die Folgen können Gleichgewichts-, Sehstörungen, spastische Versteifungen und Lähmungen, Störungen des Tastsinns, Sprach-, Blasen- und Darmstörungen sowie schnelle Ermüdbarkeit sein.

Die Ursachen von MS sind bis heute nicht bekannt. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten verzögert werden. In der Regel bekommen die Betroffenen die Diagnose Multiple Sklerose zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Die Schenefelderin Beate Krumnow war 24 Jahre alt, als nach einer langen Odyssee bei verschiedenen Ärzten der Grund für ihre seit zwei Jahren auftretenden Beschwerden feststand. Sie brauchte eineinhalb Jahre, um die Diagnose zu akzeptieren. Inzwischen habe sie sich damit arrangiert. Seit 33 Jahren begleitet die gelernte Kinderpflegerin die Krankheit.

Großer Zulauf bei der Selbsthilfegruppe

Ende der 1990er Jahre wurde sie Mitglied der damals einzigen MS-Selbsthilfegruppe in Schenefeld, des MS-Kontaktkreises Schenefeld. Seit 2006 ist sie deren Leiterin. Als der Zulauf zu stark wurde, gründete sich 2001 die zweite MS-Gruppe (MS-Selbsthilfegruppe 2001). Da es erfahrungsgemäß schwierig ist, neu Betroffene in die lang bestehenden Gruppe zu integrieren, wurde 2010 die dritte Gruppe (MS-Gruppe 1000 Gesichter) gegründet.

Interessierte aus Schenefeld und dem Hamburger Westen können jederzeit bei den monatlichen Treffen nach telefonischer Rücksprache vorbei schauen und dann entscheiden, welche Gruppe am besten zu ihnen passt.

Workshops und Reisen werden angeboten

Krumnows Gruppe habe derzeit sieben Mitglieder im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, sagt sie. Die meisten sind auf Hilfsmittel, wie Rollstuhl oder Rollator angewiesen. Die Themen bei den monatlichen Treffen seien vielschichtig, sagt Krumnow. Es wird zum Beispiel über neue Medikamente gesprochen. Wie werden sie vertragen? Hat jemand bei einem Vortrag etwasgehört, was auch für die anderen interessant sein könnte? Oder es wird einfach nur geklönt. Auch Workshops sind zweimal im Jahr im Angebot. Im Oktober dreht sich alles um Qigong. Im November ist eine Supervision unter Betreuung einer Psychotherapeutin geplant. Bei Krumnow steht im Oktober außerdem eine Sportreise mit der MS-Gesellschaft in Rheinsberg an. Dazu nimmt die Leiterin der Gruppe dann auch ihrem Ehemann mit.

Die Selbsthilfe-Gruppe I trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 17.30 Uhr im JUKS (Bistro) im Osterbrooksweg 25. Leiterin Beate Krumnow ist unter der Telefonnummer 040-8322275 zu erreichen. Die Gruppe hat sieben Mitglieder im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Die Selbsthilfe-Gruppe II trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 17.30 Uhr in der Sozialberatung im Osterbrooksweg 4. Leiter Christian Hormann  ist unter der Telefonnummer 040-8406424 zu erreichen. Die Gruppe hat 15 Mitglieder im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Die Selbsthilfe-Gruppe III trifft sich jeden letzten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr in der Sozialberatung im Osterbrookweg 4. Leiter Kai Peschke ist unter der Telefonnummer 040-34859896 zu erreichen. Die Gruppe hat zwölf Mitglieder, die Anfang 40 sind.
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