Neue Schulsozialpädagogin : Sie hat das Wohl der Ellerbeker Kinder im Blick

Die 33-Jährige Marie Kaltwasser hat Freude daran, mit Kindern,  Eltern und Lehrkräften zu arbeiten.
Die 33-Jährige Marie Kaltwasser hat Freude daran, mit Kindern, Eltern und Lehrkräften zu arbeiten.

Die 33-jährige Marie Kaltwasser arbeitet an der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule.

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17. Januar 2018, 16:30 Uhr

Ellerbek | „Marie, kann ich ein bisschen zu dir kommen?“, fragt eine Schülerin, nachdem sie an die Tür mit dem Schild „Lummerland“ geklopft hat. Der Raum ist der Arbeitsbereich der Schulsozialpädagogin der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule.

„Es freut mich sehr, dass sich inzwischen Vertrauen zu mir entwickelt hat und die Schüler den Raum als Rückzugsort annehmen“, sagt Marie Kaltwasser. Seit ein paar Monaten arbeitet die 33-Jährige in Ellerbek als Nachfolgerin der im vergangenen Jahr tödlich verunglückten Vicky Lodemann.

Der Arbeitsbereich ist breit gefächert. „Was sich mittlerweile etabliert und bewährt hat, sind unsere Streitschlichter“, berichtet Kaltwasser. Das Konzept: Acht ausgebildete Viertklässler vermitteln bei Streitereien zwischen den Schülern. Sechs Monate dauert die Ausbildung der kleinen Mediatoren, weitere sechs Monate unterziehen sie sich einer Supervision, dann treten sie ihren Dienst an.

Kleine Mediatoren sind stolz auf ihr Amt

„In der ersten großen Pause steht hier jeden Tag ein Zweier-Team – immer ein Junge und ein Mädchen – bereit. Manche Streithähne kommen von sich aus, andere werden von Lehrern geschickt“, erläutert die Sozialpädagogin.

Die Beteiligten nehmen an einem Tisch Platz und bekommen zunächst die Regeln erklärt. „Wir lassen einander ausreden“ lautet eine davon. Dann berichten die Kontrahenten, was genau passiert ist. „Anschließend geht es darum, die eigenen Gefühle zu benennen“, erklärt Kaltwasser. Weil dies einigen Kindern nicht so leicht falle, liege ein Würfel bereit, auf dem Symbolbilder und dazugehörende Begriffe zu sehen sind: wütend, einsam oder traurig beispielsweise.

Schließlich haken die Mediatoren nach, was vor dem Streit geschehen ist, suchen nach Lösungsvereinbarungen und handeln einen Vertrag sowie ein Nachtreffen aus. „Die Kinder nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und lösen das auf ihrer Ebene“, hat Kaltwasser beobachtet. Sie selbst halte sich dabei im Hintergrund. „Die kleinen Mediatoren sind sehr stolz auf ihr Amt“, sagt sie.

Tätig wird sie bei gravierenderen Streitigkeiten, etwa wenn Gewalt oder fiese Streiche im Spiel sind. „In Kürze werde ich eine Weiterbildung zur Tatausgleich-Moderatorin im schulischen Kontext absolvieren“, berichtet die Sozialpädagogin. Darüber hinaus sei ihr die Vernetzung mit Kollegen anderer Schulen sehr wichtig. „Im Kreishaus in Elmshorn besuche ich regelmäßig das Supervisions-Angebot. Auf Fachtagungen und in Arbeitskreisen findet viel Informationsaustausch statt“, sagt Kaltwasser.

Auch Eltern und Lehrkräfte suchen inzwischen ihre Hilfe. „Der Bedarf einzelner Kinder kristallisiert sich langsam heraus“, berichtet sie. Oft besuche sie dann den Unterricht in den Klassen, um das Verhalten von Kindern in der Klasse zu beobachten. „Es geht ja darum, die Gründe für auffälliges Verhalten zu hinterfragen, um zu wissen, was dieses Kind braucht“, erläutert Kaltwasser.

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