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Pinneberger Tageblatt

25. Juli 2017 | 06:46 Uhr

SHMF: Klangbilder und Bildklänge

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Begleit-Ausstellung Tornescher Künstler Jörgen Habedank stellt Skizzen von Musikern aus / Vernissage am Donnerstag

Musik, Leidenschaft, Show – das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) kommt auch dieses Jahr wieder nach Rellingen. Wie in den Vorjahren wird erneut eine Ausstellung auf der Rathaus Galerie die Konzertreihe in der Rellinger Kirche begleiten, und da ist der Kulturausschussvorsitzenden Marianne Stock und Beate Kunze vom Fachbereich Bürgerservice ein echter Coup gelungen: Der Künstler Jörgen Habedank aus Tornesch ist bekannt für seine lichtdurchfluteten abstrakten Leinwände voller Farbverläufe und -kontraste – kaum einer weiß, dass er regelmäßig mit Skizzenblock und Bleistift in Konzertsälen sitzt und Musiker zeichnet. Genau diese Skizzen werden vom 29. Juli bis 11. August begleitend zum SHMF gezeigt und mit einer Vernissage am Donnerstag, 29. Juli, um 19 Uhr eingeweiht.

„Mich fasziniert die Intensität des Musikers, die Beziehung zu seinem Instrument“, sagt Habedank. Insgesamt 100 Skizzenbücher hat er zuhause, mehr als 1000    Skizzen sind darin enthalten. „Manche bekommen noch etwas Farbe, aber die meisten bleiben, wie sie sind.“ Öffentlich zu sehen sind sie in der Regel nicht. Auf der Rathaus Galerie hat er nun 70 gerahmte Skizzen aufgehängt. Dazu kommen etwa zehn von seinen farbigen Leinwänden. „Das ist eine spannende Mischung, die viele überraschen wird“, sagt der Künstler.

Die ausgestellten Werke spannen einen zeitlichen Bogen von 20 Jahren – einige entstanden sogar beim SHMF. Habedank hat Musiker wie der Percussionist Martin Grubinger im Jahr 2008 oder den Kreis Pinneberger Kulturpreisträger Alexander Suslin am Kontrabassist im Jahr 1996 gezeichnet. „Dabei kommt es nicht auf eine realistische Darstellung der Musiker an, sondern auf deren Bewegungen, auf das Tempo, die Stimmung“, sagt er. Auch seine farbigen Werke sind bildliche Darstellungen von Tönen. „Ich nenne sie Klangbilder. Man spricht ja auch von Farbtönen, die gibt es in der Malerei und in der Musik.“ Die Art und Weise wie er ein Bild komponiere sei ähnlich wie ein Komponist Musik schreibt.

Und es geht auch umgekehrt, das will der Percussionist Sönke Schreiber vom Ensemble Elbtonal bei der Vernissage zeigen: Er wird am Donnerstag ein Bild von Habedank auf dem Marimbaphon in Töne umsetzen, frei improvisiert. Zu der Vernissage wird der Künstler selbst ein paar Worte zu seinem Thema „das Bildende im Klang – das klingende im Bild“ sagen und für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen.

Die Ausstellung ist kostenlos und bis zum 11. August während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen: montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr sowie dienstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr. Jeweils eine Stunde vor den Konzerten, damit die Zuhörer sich mit den Musikerskizzen Habedanks einstimmen können. Das erste Konzert des SHMF ist am 6. Juli unter dem düsteren Titel „Notturno“. Habedank wird nicht nur zur Ausstellung kommen, um mit den Besuchern zu reden. Er wird anschließend wieder mit Block und Stift in der Kirche sitzen und zeichnen, wenn das Trio Frank Braley, Renaud Capuçon und Gautier Capuçon Schubert und Ravel spielen.


>  www.farbige-kunst.de

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erstellt am 27.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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