zur Navigation springen

Rellingen : „Senfkörner“ haben ein großes Herz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach der Sanierung des Wasserschadens und Exil in Pinneberg herrscht wieder Alltag im Matthäus-Kindergarten.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Rellingen | Pastor Lennart Berndt kann sich noch gut an den vergangenen November erinnern: „Ein Kind hat gesagt, dass es nasse Füße habe.“ Diese nassen Füße waren der Ausgangspunkt einer mehrmonatigen Sanierung des von der Rellinger Kirche getragenen Matthäus-Kindergartens im Ortskern. Und eines ebenso langen Exils der Kinder in Thesdorf. Mittlerweile ist An der Rellau 1 a, so die postalische Anschrift des Kindergartens, wieder der Alltag eingekehrt. Lennart Berndt: „Die Kinder sind noch vor der Schließzeit in der zweiten Hälfte der Sommerferien zurückgekehrt.“

Was war im November passiert? Ein nicht zu entdeckender Haarriss hatte schon Monate vor den besagten nassen Füßen für eine massive Durchfeuchtung des Bauwerks, das kurz zuvor ein neues Dach erhalten hatte, gesorgt. Bis zu einer Höhe von einem Meter war das Wasser in das Mauerwerk vorgedrungen. Schnell wurde klar, dass dieser Schaden nicht im laufenden Betrieb beseitigt werden kann. In der Kirchengemeinde wurden mehrere Lösungen angedacht. So war unter anderem im Gespräch, die Gruppen auf andere Einrichtungen zu verteilen. Lennart Berndt: „Das wollten wir aber aus pädagogischen Gründen nicht.“ Schließlich kam ein Zufall zu Hilfe: Die Pinneberger Christuskirchen-Gemeinde hatte in Thesdorf an der Johann-Comenius-Schule einen neuen Kindergarten gebaut. Der Umzug war für den Januar geplant. Schnell wurde man sich einig, dass die Matthäus-Kinder den Altbau der Pinneberger „Senfkörner“ würden nutzen können. „Wir hatten gehofft und gebetet, dass wir so lange noch in unserem Gebäude bleiben können“, so Pastor Berndt.

Auch das klappte, und so erfolgte Mitte Januar der Umzug ins Exil. Von den gut 75 Kindern, die in zwei Gruppen betreut werden, blieben nur die etwa 15 Hortkinder in Rellingen. „Das war wegen der Nähe zur Brüder-Grimm-Schule notwendig“, betont Kindergartenleiterin Regina Voß. Für die Eltern war der dann fast sieben Monate währende Umzug in das drei Kilometer Luftlinie entfernte Pinneberger Asyl keine leichte Zeit. Aber Pastor Berndt betont: „Die Elternschaft war sehr konstruktiv.“

Während die Schulkinder also im Neubau bleiben konnten, wurde der Altbau komplett entkernt. Lennart Berndt: „Da war nur noch ein Gerippe übrig.“ Die von der Versicherung übernommene Sanierungssumme beläuft sich auf gut 200 000 Euro. Rellingen stellte zusätzliche 15 000 Euro für ein neues Trinkwassernetz zur Verfügung.

Es wurden aber nicht nur die Wasser- und Stromleitungen sowie die Wände und Bodenbeläge erneuert. Im Zuge der Sanierung wurde auch ein neues Farbkonzept entwickelt. „Es wurden bewusst neutrale Farben gewählt, weil es uns wichtig ist, dass das Strahlen unserer Kinder im Vordergrund steht und nicht durch viele unterschiedliche Wand- und Bodenfarben abgelenkt wird“, heißt es im Gemeinde-Brief der Kirchengemeinde.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen