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Pinneberger Tageblatt

19. November 2017 | 14:47 Uhr

Selbst die Mimen müssen lachen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

TheaterAnlässlich seines 60-jährigen Bestehens hat der Etzer Bund eine eigens auf Platt übersetzte Boulevard-Komödie einstudiert

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 17:26 Uhr

Seit 60 Jahren spielt der Etzer Bund Theater. Das Jubiläum feiern die Freizeit-Mimen mit einem mehrtägigen Fest und natürlich mit einem neuen Bühnenstück. „De Neurosen Kavalier“ heißt die Psycho-Komödie von Gunther Beth und Alan Cooper. Rolf Petersen hat sie ins Plattdeutsche übersetzt. Im Etzer Bund Haus wird schon tüchtig geprobt, denn am Freitag, 3.  November, ist Premiere.

Mehrere Stücke standen zur Wahl, erzählt Bund-Vorsitzender Dieter Winzer, aber dieses habe allen am besten gefallen. Die Probenarbeit bestätigt das: Immer wieder wird unterbrochen, weil irgendjemand vor Lachen nicht weiter kommt. Nicht umsonst gilt „Der Neurosen Kavalier“ als erfolgreichstes deutsches Boulevardstück der letzten Jahrzehnte.

Auf der Bühne agieren sieben Schauspieler. Hauptperson ist Felix Bollmann (Michael Lange), Gauner von Beruf. Er flüchtet sich mit seiner Diebesbeute in die Praxis eines Psychiaters und gibt sich als Vertretung für den verreisten Doktor aus. Diese Rolle spielt er aber sehr erfolgreich. Die neurotische Schriftstellerin Claudia Carrera (Christine Neermann) und der verrückte Finanzbeamte Jürgen Appelhans (Hermann Rütz) sind ganz begeistert. Ebenso Sprechstundenhilfe Fräulein Engel (Nicole Gätjens). Dumm nur, dass mit Dr. de Witt (Christian Müller) der tatsächlich bestellte Vertreter erscheint. Bollmann kann nicht mehr weg, denn eine andere Patientin, die kleptomanische Witwe Sybille Bast (Brigitte Belger) hat ihm inzwischen die Kaufhausbeute geklaut. Und dann ist da auch noch ein depressiver Kriminalkommissar (Sören Fankhänel), der sich für den Fall interessiert.

Edda Fankhänel-Knop ist für die Regie verantwortlich, steuert das Stück zielstrebig dem überraschenden Happy End entgegen.

Der Etzer Bund macht nicht nur Theater. Im Jahr 1920 von 28 Schulabgängern und unverheirateten jungen Etzern unter der Leitung von Lehrer Hubert Koch gegründet und inzwischen auf über 250 Mitglieder angewachsen, bereichert der Bund das gesellige Leben im Dorf durch Spieleabende, Osterfeuer, Feste oder Ausfahrten. Die Pflege der niederdeutschen Sprache ist ein Anliegen, dem sich der Bund verschrieben hat.

Damit die Geselligkeit auch beim 60. Geburtstag der Theatergruppe nicht zu kurz kommt, wird am Sonnabend, 11. November, im Bund-Haus Fasching gefeiert. Der „DJ vom Kiez“ ist dabei. Das originellste Kostüm wird prämiiert. Zu den Attraktionen gehört auch eine Burlesque-Show. Zehn Euro kostet der Eintritt. Der Vorverkauf hat schon begonnen.


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