zur Navigation springen

„Wir brauchen diese Anbindung“ : Seit gestern fährt der Bus 594 das Gewerbegebiet an der Flensburger Straße an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erstes Feedback lässt die Initiatoren aufhorchen. Sie erhöffen sich endlich wahrgenommen zu werden, eine Belebung des Gewerbegebiets und mehr Kunden.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 12:15 Uhr

Pinneberg | Es ist Montag, kurz nach 11 Uhr. Gisela P. aus Borstel-Hohenraden steht an der neu eingerichteten Bushaltestelle Flensburger Straße/Famila. Seit gestern fährt die Linie 594 das Gewerbegebiet in Pinneberg an. „Mir gefällt das sehr gut. Jetzt kann ich immer den Bus nehmen, wenn ich bei Famila einkaufe“, sagt sie. Bisher ging sie zu Fuß oder nahm auch mal den Bus nach Quickborn zum Einkaufen. Dreimal die Woche will sie nun mit der Linie 594 zum Supermarkt fahren.

Dieses Feedback lässt die Initiatoren aufhorchen, denn genau das haben sie sich von dem Projekt erhofft: Endlich wahrgenommen zu werden, eine Belebung des Gewerbegebiets und mehr Kunden. „Was lange währt, wird endlich gut. Ich freue mich, dass die Flensburger Straße und das Gebiet an der Haderslebener Straße an den ÖPNV angebunden werden“, sagt Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos), die auch vor Ort ist.

Die Politik hatte vor Kurzem mit den Stimmen von CDU und Grünen dafür grünes Licht gegeben. Die neue Route ist nach Mehrheitsansicht ein wichtiger Schritt, um die Infrastruktur zu optimieren. Denn: Für die bereits seit einem Jahr leer stehenden Geschäftsräume von Expert Bening gibt es bereits Interessenten. Die ÖPNV-Anbindung spiele für die Kaufleute dabei eine bedeutende Rolle, hieß es.

„Wir erhoffen uns von der Anbindung eine Frequenzerhöhung der Kunden“, sagt Famila-Marktleiter Hans-Dieter Giesbrecht. Allein 50 Prozent seiner Kunden kämen aus Borstel-Hohenraden. Und auch Hardy Tempelmann, Geschäftsführer vom gleichnamigen Unternehmen, freut sich für seine Mitarbeiter und die künftigen Azubis über die Haltestelle und die bessere Anbindung. „Unser Industriegebiet hatte bisher kein Mensch auf dem Schirm. Ein Industriegebiet, das nicht angebunden ist, gibt es gar nicht“, sagt er. Alle sind sich einig: „Wir brauchen diese Anbindung.“

 

Die neue Fahrstrecke führt durch die Bismarckstraße, die Friedenstraße, Haidkamp, die Flensburger Straße und dann wieder auf die Quickborner Straße (L76). Die Haltestellen „Schillerstraße“, „Flagentwiete“ und „Beim Ratsberg“ an der Elmshorner Straße werden von dem „Kurzläufer“ nicht mehr angefahren. Die Kosten für die Verlegung der Linie betragen pro Jahr 20.000 Euro – die Stadt und die Unternehmen Famila, Tempelmann, Heizungsbau Karl Zint sowie Dr. Kerstin Schulenburg als Eigentümerin unter anderem des Bening-Grundstücks beteiligen sich daran. Im nächsten Jahr wird auch die Firma Cargo Trans Pool einen Teil der Kosten übernehmen.

Auch Umbauarbeiten waren nötig, wie Wirtschaftsförderer Stefan Krappa berichtet: So musste der Ampelbereich Bismarckstraße/Friedrich-Ebert-Straße verändert werden. „Die Ampel wurde umprogrammiert, der Haltebereich um zwei Fahrzeuglängen nach Norden versetzt.“ Und die Kontaktschleife im Straßenasphalt wurde ebenso zurückversetzt wie eine Pflanzeninsel. Die Kosten betragen 12.000 Euro, an dieser Summe beteiligten sich die Firmen mit 7500 Euro. In zwei Jahren soll dann überprüft werden, ob die Rechnung aufgeht und der Bus 594 auch genutzt wird. 20 Fahrgäste pro Bus sind angepeilt. Das wären bei 9216 Bussen pro Jahr 184.320 Passagiere.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen